Glossar für Anfangsbuchstabe F
F
- Familienbetrieb
Landwirtschaftlicher Betrieb, der nur von einem Bauern bzw. einer Bäuerin sowie Familienmitgliedern bewirtschaftet wird. Der landwirtschaftliche Familienbetrieb ist die Lebensgrundlage einer Familie. Er ist in Westdeutschland vorherrschend und wurde in der Agrarpolitik gefördert. Die Zahl der westdeutschen Familienbetriebe ist seit 1949 um etwa 80 % geschrumpft. In Ostdeutschland hat sich neben heute wiedereingerichteten – meist größeren – Familienbetrieben auch eine Anzahl anderer Betriebsformen mit wesentlich größeren Flächen und Tierbeständen als in Familienbetrieben etabliert, in denen landwirtschaftliche Arbeitskräfte tätig sind (Agrarstruktur, LPG).
- FAO
Food and Agricultural Organization of the United Nations. Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (UN) mit Sitz in Rom, gegründet 1945. Aufgaben: Sammeln landwirtschaftlicher Informationen, technische Hilfsdienste für Entwicklungsländer, Verbesserung der landwirtschaftlichen Erzeugung und der Verteilung ihrer Produkte in der Welt.
Synonyme: Food and Agricultural Organization
- Färse
geschlechtsreifes weibliches Rind, das noch kein Kalb geboren hat. Die Besamung erfolgt etwa nach zwei Lebensjahren und es schließt sich eine etwa neunmonatige Trächtigkeit bis zur Abkalbung an. Erst danach ist die Bezeichnung Kuh korrekt.
- Feldfutterbau
Anbau von Kulturen/Früchten als Futter für Tiere. Neben dem Anbau von kleeartigen Futterpflanzen, Luzerne und Futtergräsern gehören im weiteren Sinne Mais, Futterrüben und Futtergetreide dazu. Feldfutterbau ist in den meisten viehhaltenden Betrieben die Grundlage zur Futterversorgung der Tiere mit Grundfutter.
- Feldgehölz
Bäume, Sträucher und Hecken innerhalb der Feldflur bzw. an deren Rand. Feldgehölze sind wichtige Lebensräume für Kleinsäuger, Vögel, Insekten und viele Pflanzen. Im Zuge der Flurbereinigung wurden viele Feldgehölze vernichtet. Inzwischen ist deren Erhaltung und Neuanlage förderungsfähiges Ziel. Feldgehölze verbessern das Kleinklima in der Flur, z.B. durch Herabsetzung der Windgeschwindigkeit und damit Verringerung der Bodenerosion und Verlangsamung der Austrocknung des Bodens. Die in Feldgehölzen lebenden Tiere vernichten auch Ackerschädlinge (biologische Schädlingsbekämpfung).
- Feldhäcksler
Maschinen, die bei der Ernte auf dem Feld Pflanzen zerkleinern, z.B. zur Herstellung von Silage.
- Ferien-Bauernhöfe
Erwerbszweig für Landwirte, meist von Familienangehörigen betrieben. Es werden Zimmer oder Appartements an Urlauber – häufig Familien mit Kindern – vermietet. Die Feriengäste können sich selbst versorgen oder aber zwischen Voll- oder Halbpension wählen. Es gibt etwa 25 000 Ferienbauernhöfe , davon haben etwa 1.800 das Gütesiegel der DLG. Der Jahresgesamtumsatz beträgt über 500 Mio. €.
- Ferkel
Die Jungtiere vom Schwein. Den Geburtsvorgang nennt man auch „ferkeln“. Zweimal pro Jahr wirft eine Sau 10 bis 14 Ferkel nach einer Tragzeit von 3 Monaten, 3 Wochen und 3 Tagen. Die neugeborenen Ferkel sind in den ersten Stunden noch blind und sehr wärmebedürftig. Als Wärmequellen dienen Rotlichtlampen oder eine Bodenheizung in den Ferkelbuchten. Die Ferkel drängeln sich an den Zitzen der Sau, bis jedes Ferkel seine „Stammzitze“ gefunden hat. Ohne menschliche Eingriffe würden die Ferkel etwa 6 Wochen lang saugen. Beim Großziehen der Ferkel erhalten diese in der Regel bereits nach 3 bis 4 Wochen ergänzende Nahrung. So wachsen sie schneller und die Sau kann früher erneut befruchtet werden. Die Ferkelerzeugung erfolgt heute überwiegend in von der Schweinemast getrennten Betrieben („offene Betriebe“). Es gibt auch „geschlossene“ Betriebe, in denen die geborenen Ferkel anschließend gemästet werden. Die Seuchengefahr (z.B. Maul- und Klauenseuche) ist dort geringer.
- Fixkosten
Feste Kosten, die in einem landwirtschaftlichen Betrieb anfallen und unabhängig von der pflanzlichen oder tierischen Produktion immer gleich sind, z.B. Maschinenabschreibungen, Abschreibungen für Gebäude oder Einrichtungen und Versicherungen. Daneben gibt es die variablen Kosten.
- Flächenbezeichnungen
100 Quadratmetern (m²) entsprechen 1 Ar (a) 100 Ar sind 1 Hektar (ha), 100 Hektar entsprechen 1 Quadratkilometer (km2) (Hektar).
- Flächenstilllegung
Instrument der bisherigen Agrarmarktordnung der EU. Flächen wurden kontrolliert auf längere Zeit aus der Produktion genommen, um
- Flachs
Lein
- Fleisch
Fleisch sind Teile von geschlachteten oder erlegten warmblütigen Tieren. Fische liefern kein Fleisch. Das Fleisch bzw. Geflügelfleisch muss nach fleisch- bzw. geflügelfleischhygienischen Vorschriften untersucht und als tauglich zum menschlichen Genuss beurteilt werden. Der Mensch gehört zu den „Allesfressern“ und isst – mit Ausnahme der Vegetarier, die kein Fleisch essen, und Veganer, die auch den Genuss von Milchprodukten und Eiern ablehnen – neben pflanzlicher Nahrung auch Fleisch. Der Fleischverbrauch in Deutschland liegt insgesamt bei etwa 61,1 kg nach Abzug von Knochen und industrieller Verwertung) pro Kopf und Jahr ( 2005) und damit unter dem EU-Durchschnitt. Der Genuss von Schweinefleisch (knapp 40 kg pro Kopf) liegt an erster Stelle. Geflügelfleisch wird seit der BSE-Krise (BSE) stärker nachgefragt (Steigerung bei Geflügel um ca. 3 kg auf 10,8 kg von 1993 bis 2005). Wegen der Vogelgrippe ist der Verbrauch jetzt rückläufig. Der Verbrauch von Rindfleisch ging nach dem Auftreten von BSE stark zurück ist jedoch wieder steigend (mit 8,8 kg noch 2 kg geringer als vor der Krise). Schaf-, Wild- und Kaninchenfleisch spielen mit 2 kg eine geringere Rolle.
- Flurbereinigung
Flurbereinigung hat die Neuordnung des land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitzes zum Ziel und wird durch das Flurbereinigungsgesetz geregelt.Flurbereinigungsmaßnahmen sollen die Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft verbessern und den ländlichen Raum gestalten. Meist wird zersplitterter Grundbesitz durch Neugestaltung der Flureinteilung optimiert. Die Flächen jedes einzelnen Betriebes werden unter Berücksichtigung der Unterschiede in der Bodenqualität zusammengefasst. So werden auch Voraussetzungen für Aussiedlung und Aufstockung und insbesondere für einen rationellen Einsatz von Landmaschinen geschaffen. In Westdeutschland wurde schon in den 50er Jahren im Rahmen der Agrarpolitik Flurbereinigung ermöglicht und gefördert. Vor allem in Gebieten mit vorheriger Realteilung (Agrarstruktur) konnten so zweckmäßiger bewirtschaftbare Flächen geschaffen werden. Bei der Flurbereinigung ging es nicht nur um die Zusammenlegung zersplitterter Flurstücke, sondern auch um die Anlage von Wirtschaftswegen und um landschaftspflegerische und ökologische Maßnahmen. Allerdings stand bei der Flurbereinigung zuerst nur der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund. So wurden Bäche begradigt, Streuobstwiesen gerodet, Hecken und Feldgehölze beseitigt. Später erkannte man, dass dies Fehler waren und machte sie zum Teil wieder rückgängig.
- Flüssigdünger
Düngemittel in flüssiger Form. Vorteile der Flüssigdünger sind ihre einfache Lagerung und die Möglichkeit der exakten Ausbringung durch Sprühgeräte.
- Fruchtfolge
Geregelte Aufeinanderfolge verschiedener Kulturpflanzen im Ackerbau, im Gegensatz zur Monokultur. Fruchtfolgewirtschaft wurde in Mitteleuropa schon am Ende des ersten Jahrtausends eingeführt, als die Erschöpfung des Bodens nach dem alleinigen Anbau von Getreide immer wieder auftrat und es nicht mehr unbegrenzt möglich war, ständig weiterzuziehen und neues Land zu erschließen. Zunächst – etwa ab dem 9. Jh. wurde die (alte) Dreifelderwirtschaft üblich: zwei Jahre verschiedene Getreidearten, danach ein Jahr Brache. Erst etwa ein Jahrtausend später, ab Mitte des 18. Jh., gab es Variationen, zunächst mit dem Anbau von Futterpflanzen, dann mit dem Anbau von Kartoffeln und Zuckerrüben. Diese verbesserte Dreifelderwirtschaft wurde weiter ausgebaut. Immer neue Fruchtfolgesysteme – auch mit neuen Kulturpflanzen – wurden entwickelt. Ergänzt wird die Fruchtfolge heute durch entsprechende Düngung. Fruchtfolge verhindert die Schäden, die bei Monokulturen auftreten können wie übermäßige Ausbeutung der im Boden vorhandenen Pflanzennährstoffe sowie Begünstigung der Ausbreitung von tierischen und pilzartigen Schädlingen. Heute berücksichtigt man bei der Fruchtfolge biologische Grundsätze. Sie liegen in größtmöglicher Vielseitigkeit und Vermeidung der Aufeinanderfolge von unverträglichen Kulturen, Gleichgewicht zwischen Blattfrüchten und Halmfrüchten. Die Brache, die zunächst in die Dreifelderwirtschaft eingebaut wurde, versuchte man zunächst zu vermeiden oder zu verkürzen. Sie hatte bis 2005 in der EU wieder eine große Bedeutung, um Überschüsse in der landwirtschaftlichen Produktion zu begrenzen (Extensivierung). Es gibt eine Anzahl von Fruchtfolgesystemen. Das Einfachste ist der regelmäßige Wechsel zwischen Blattfrucht und Halmfrucht, zum Teil ausgebaut zu Vierfelder- oder Fünffelderwirtschaft. Es gibt jedoch auch Fruchtfolgen mit dem Wechsel zwischen Getreide und Raps oder Mais. Gerade der Anbau nachwachsender Rohstoffe hat weitere Möglichkeiten der Fruchtfolge erschlossen.
- Fungizid
Chemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Pilzen an Kulturpflanzen.
- Futterbaubetrieb
In Futterbaubetrieben stammen mindestens 50 % des Deckungsbeitrages aus dem Futteranbau, z.B. als Grundlage für die Milchviehhaltung oder Rindermast.
- Futterrüben
Wurzelfrüchte, die als Viehfutter angebaut werden. Die Futterrübe ist mit der Zuckerrübe verwandt. Die Futterrüben sind meist walzenförmig und weiß, gelb, rosa oder rot – je nach Sorte. Die hoch aus dem Boden ragenden Futterrüben gehören zu den Hackfrüchten, die gegen Unkraut empfindlich sind, so dass das Unkraut ausgehackt werden muss. Futterrüben sind sehr ertragreich und ertragssicher. Sie liefern im Durchschnitt 1.000 Dezitonnen (dt) Früchte pro Hektar. Außerdem kann das Kraut verfüttert werden; meist wird es zu Silage verarbeitet. Die Rüben werden im Frühjahr mit einer Einzelkornsämaschine gesät und im Herbst mit einem Rübenvollernter geerntet. Dabei schneidet die Maschine zunächst das Kraut ab. Die Rübe wird mit einer Schar angehoben und dann über Transportbänder in einen Bunker der Maschine transportiert. Die meisten Rüben werden über den Winter in Mieten gelagert und vor dem Verfüttern geschnitzelt. Insgesamt hat der Anbau von Futterrüben abgenommen. Mit 0,05 % der Fläche kommt dem Futterrübenanbau in Deutschland keine bedeutende Rolle zu.