Glossar für Anfangsbuchstabe L
L
- Landschaftspflege
Die überwiegend von Land- und Forstwirten gepflegte Landschaft in Deutschland hat einen hohen Erholungswert. Diese Kulturlandschaft hat eine umfangreiche Tier- und Pflanzenwelt und ist im Laufe der Jahrhunderte durch Nutzung von Feldern, Wiesen und Wäldern entstanden. Wo die Landschaft in ihrer Vielfalt durch Eingriffe gelitten hat, sind Landwirte und Naturschützer dabei, Renaturierungsmaßnahmen umzusetzen. Landschaftspflege durch Landwirte ist im Regelfall eine unbezahlte Nebenleistung der Landwirtschaft, die nur in Ausnahmefällen von staatlicher Seite im Rahmen von Flächenstilllegung oder Extensivierung gefördert wird, jedoch künftig im Rahmen der GAP eine größere Rolle spielen dürfte.
- Landwirt/Landwirtin
Synonyme: Landwirt, Landwirte, Landwirtin
- Landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF)
Eine statistisch wichtige Maßeinheit für Planungen und Fördermaßnahmen. Die in Deutschland insgesamt landwirtschaftlich genutzte Fläche liegt bei über 17 Mio. Hektar, mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands. Dazu zählen Ackerfläche, Dauergrünland (Wiesen, Weiden, Hutungen), Streuwiesen, Gartenland, Obstplantagen, Flächen der Sonderkulturen (z.B. Wein, Hopfen, Tabak, Baumschulen) sowie die zeitweilig aus der Produktion genommenen Flächen (Flächenstilllegung, Brache).
Synonyme: Landwirtschaftlich genutzte Fläche
- Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN)
Betriebsfläche
Synonyme: Landwirtschaftliche Nutzfläche
- Landwirtschaftskammern
Körperschaften des öffentlichen Rechts zur Regelung von Belangen der Land- und Forstwirtschaft des jeweiligen Bundeslandes oder Landesteils, die es allerdings nur in den nordwestdeutschen Bundesländern gibt. Zum Aufgabenbereich gehören die Allgemeine Förderung, betriebliche Förderung und Beratung sowie Berufsbildung, Weiterbildung und Fachschulen. Darüber hinaus haben die Landwirtschaftskammern „Hoheitsaufgaben“ im Auftrag der Landesregierung oder auch der Europäischen Union (EU) zu erfüllen. In den süd- und ostdeutschen Bundesländern gibt es keine Kammern, dort übernehmen die Landwirtschaftsämter die Aufgaben der Agrarverwaltung.
- Landwirtschaftsverbände
Berufsständische Interessenvertretungen der Landwirte auf regionaler Ebene. Im Bundesgebiet gibt es 18 Landesbauernverbände, die im Deutschen Bauernverband zusammengeschlossen sind.
- Läuse
Tierische Schädlinge. Die verschiedenen Läusearten, die an Pflanzen vorkommen, saugen den Saft vorwiegend aus den Blättern und bringen bei massenhaftem Auftreten die Pflanze sogar zum Absterben. Läuse wie z.B. Blattläuse werden mit Insektiziden oder Nützlingen (biologische Schädlingsbekämpfung) bekämpft.
- Leguminosen
Hülsenfrüchte und kleeartige Pflanzen. Erbsen und Bohnen spielen auch in der menschlichen Ernährung eine Rolle. Andere sind für die Gründüngung oder zur Futtergewinnung wichtig. Leguminosen gehen in ihren Wurzelknöllchen eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien ein und tragen dadurch zur Fruchtbarkeit des Bodens bei.
- Lein (Flachs)
Kulturpflanze zur Gewinnung von Fasern, Öl und Ölschrot. In Europa werden zumeist Sorten zur Fasergewinnung (Leinen) angebaut. Lein hat in Deutschland zurzeit eine geringe Bedeutung. Funde deuten darauf hin, dass schon vor über 10.000 Jahren Fasern für Kleidung aus Lein gewonnen wurden. Leinöl war lange Zeit auch in Deutschland eine Delikatesse. Sein Anbau wird auch in der Europäischen Union (EU) gefördert.
Synonyme: Lein
- Lockstoffe
Ruchstoffe von Insekten zum Anlocken des Geschlechtspartners. Sie sind auch verdünnt über weite Entfernungen wahrzunehmen. Mit ihnen lassen sich gezielt und umweltschonend Schädlinge in Fallen locken (biologische Schädlingsbekämpfung).
- Lohnunternehmen
Dienstleister im ländlichen Raum für Land- und Forstwirtschaft, Kommunen und Industrie. Das Angebotsspektrum umfasst dabei die Arbeitserledigung mit Spezialmaschinen und teurer Technik, deren Anschaffung sich für den Einzelbetrieb nicht lohnt. Forstarbeiten, Grünflächen- und Gewässerpflege, Wege- und Straßenunterhaltung sowie Pflegearbeiten in der Landschaft werden angeboten. Daneben gibt es Maschinenringe.
- LPG
Abkürzung für Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft. Zusammenschluss von Bauern in der DDR in der Form einer Genossenschaft. Ab 1952 brachten die selbständigen Bauern ihren Boden, ihre Maschinen und ihr Vieh in die Genossenschaftsbetriebe ein. Die LPGen waren in der Regel auf Grundlage der Dörfer bzw. Gemeinden organisiert. Ab 1960 existierten in Ostdeutschland keine Einzelbauernwirtschaften mehr. Nach der Vereinigung 1990 lösten sich einige auf und das Land wurde wieder an die genossenschaftlichen Eigentümer übergeben, die ihrerseits teilweise wieder als Landwirte (Wiedereinrichter) begannen, andere bestehen bis heute als GmbH oder Agrargenossenschaft weiter. Die Zahl der Arbeitskräfte ging von etwa 850.000 (1989) auf etwa 167.000 (2003) zurück.
Synonyme: Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
- Lupine
Pflanze, die zu den Körnerleguminosen (Leguminosen) gehört, spielt insbesondere bei der Gründüngung eine Rolle.
- Luzerne
Kleeartige Futterpflanze aus der Familie der Leguminosen, dient vorwiegend zur Bodenverbesserung (Gründüngung) und zur Futterproduktion für Rinder.