Glossar für Anfangsbuchstabe R

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Raps

Ölfrucht, die in Deutschland den größten Anteil an den insgesamt angebauten Ölfrüchten hat. Raps gedeiht unter den Klimabedingungen in Deutschland und enthält in den Früchten etwa 40 % Öl. Das bei der Verarbeitung in den Ölmühlen anfallende Rapsschrot ist ein gutes Eiweißfutter (Schrot). Raps verbessert die Bodenstruktur und ist deshalb für die Fruchtfolge besonders wertvoll. In Deutschland wird überwiegend nur Winterraps angebaut. Die leuchtend gelb blühende Pflanze prägt im Frühjahr das Landschaftsbild vieler Regionen. Rapsöl wird nicht nur für die Ernährung verwendet, sondern auch als Treibstoff für Motoren (Biodiesel) oder technisches Öl, z.B. für Kettensägen.

Rasse

Untergruppe einer Art mit bestimmten Eigenschaften, die weitervererbt werden. In der Landwirtschaft spielen Zuchtrassen bei allen Nutztieren eine Rolle. Daneben gibt es Hybriden d.h. durch Kreuzung gezüchtete Tiere, die ihre Eigenschaften nicht weiter vererben.

Referenzmenge

Milchmenge (Quote), die dem einzelnen Betrieb zugeteilt wird und für die eine Preisgarantie gegeben wird. Referenzmengen können seit April 2000 nur noch über staatliche Verkaufsbörsen gehandelt werden.

Referenzpreis

Vor der Reform der Landwirtschaftspolitik in der Europäischen Union (EU) und den Beschlüssen der Uruguay-Runde (Welthandelsorganisation, GATT) hatte der Referenzpreis hohe Bedeutung. Heute dient er vor allem der Marktbeobachtung. So werden z.B. von der EU als Referenzpreise meist wöchentlich die Preisnotierung für Rind-, Schweine- und Schaffleisch veröffentlicht.

Regenwürmer

Nützlinge, die im Boden leben und zu seiner Verbesserung beitragen. Sie leben von den organischen Bestandteilen des Bodens. Dabei bohren sie Gänge, die den Boden lockern und belüften.

Synonyme: Regenwurm

Regionalpolitik

Strukturfördernde Maßnahmen mit dem Ziel, bestehende regionale Ungleichgewichte abzubauen, z.B. Arbeitslosigkeit und Abwanderung. Vor allem die Schaffung neuer Arbeitsplätze, beispielsweise durch Umstellungs- und Umschulungsmaßnahmen, spielt eine besondere Rolle.

Reinheitsgebot

Bestimmung, nach der Bier nur aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser gebraut werden darf. Das Reinheitsgebot wurde 1560 zunächst in Bayern erlassen, galt aber ab 1906 für das gesamte Deutsche Reich. Der Europäische Gerichtshof hob 1987 diese Bestimmung auf, weil sie gegen das Recht der Europäischen Union (EU) verstößt und ein Handelshemmnis darstellt. Deutsche Brauer beachten weiterhin das Reinheitsgebot, das in der ausländischen Brauwirtschaft nicht als Maßstab gilt.

Resistenz

Unempfindlichkeit gegen Krankheitserreger oder Schadstoffe. Das gilt für Pflanzen, die z.B. gegen bestimmte Schädlinge resistent sind, aber auch Schadorganismen, z.B. Insekten, Milben, oder Mikroorganismen, die gegenüber bestimmten Schädlingsbekämpfungsmitteln resistent sein oder werden können. Säugetiere können ebenfalls Resistenzen gegen Krankheitserreger entwickeln. Resistenz kann erworben oder vererbt, erworbene oder entwickelte Resistenz vererbt werden. Da Schädlinge gegen Schädlingsbekämpfungsmittel nach einiger Zeit „immun“ werden, weil die Exemplare, die das Mittel überlebt haben, sich fortpflanzen und die Resistenz vererben, müssen ständig neuartige Substanzen zur Bekämpfung entwickelt werden. In jüngster Zeit werden auch gentechnisch veränderte Lebewesen, insbesondere Pflanzen, produziert, die gegen Schädlinge oder bestimmte Schädlingsbekämpfungsmittel resistent sind (Gentechnik).

Richtpreis

Marktinstrument der Europäischen Union (EU). Besitzt nur noch für Zucker und Milch eine Bedeutung. Er wird vom EU-Ministerrat festgelegt.

Rind

Nutztier, das zur Produktion von Milch und/oder Fleisch gehalten wird. Früher auch als Last- und Zugtier verwendet. Das europäische Rind stammt vom Auerochsen (Ur) ab. Rinder sind wiederkäuende Paarhufer. Beide Geschlechter haben Hörner. Rinder werden heute in Deutschland i.d.R. aus Zuchtgründen künstlich besamt. Die Tragzeit dauert 9 Monate und 9 Tage. Neben den reinen Fleischrindern (z.B. Charolais und Angus) werden auch Nachkommen der Milchkuhrassen geschlachtet, die nicht zu Milchkühen großgezogen werden. Das sind zum einen die männlichen Tiere, aber auch die weiblichen Tiere, die nicht zur Milcherzeugung genutzt werden sollen. Diese Rinder werden entweder nach einer dreimonatigen Mastzeit als Kälber oder nach 1 ½ Jahren als Masttiere geschlachtet. Als „Nebenprodukt“ wird die Rinderhaut gegerbt und dann als Leder verwertet. Auch Kühe werden geschlachtet, wenn nach einigen Jahren die Milchproduktion nachlässt. Der Selbstversorgungsgrad für Rind- und Kalbfleisch lag 2005 in Deutschland bei 117 %, für Milch bei 102 %.

Roggen

Getreideart mit Ähren und langen Grannen. Der aus Kleinasien stammende Roggen wird in Deutschland fast nur als Wintergetreide angebaut, ist kälteresistenter als Weizen und gedeiht auch auf sandigen Böden. In Deutschland entfielen 2005 rund 555.000 Hektar (6,6 % der Ackerfläche) auf den Roggenanbau, der hauptsächlich als „Brotroggen“ für Bäckereien und Ernährungsindustrie genutzt wird. Im Weltgetreidehandel spielt Roggen kaum eine Rolle.

Rüben

Zuckerrüben und Futterrüben