Glossar für Anfangsbuchstabe T

T

Tierschutz

Regelungen, die dazu dienen, Haustiere, Nutztiere und auch wild lebende Tiere vor unangemessener Behandlung oder Haltung zu schützen, ihr Leben zu achten und bei notwendiger Tötung oder Schlachtung unnötige Schmerzen für die Tiere zu verhindern. Der Tierschutz ist vom Naturschutz zu unterscheiden, bei dem es u.a. darum geht, wild lebenden Tierarten ihre Lebensmöglichkeiten zu erhalten. Tierschutz ist seit 1. August 2002 im Grundgesetz verankert und hat damit Verfassungsrang. Schon im Sommer 1999 hat durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Käfighaltung von Legehennen der Tierschutz praktisch Verfassungsrang erhalten. Die Bundesregierung muss im Deutschen Bundestag alle zwei Jahre einen Bericht über Stand und Entwicklung des Tierschutzes vorlegen. In der Europäischen Union (EU) sind Richtlinien zum Tierschutz festgelegt worden. Einheitliche Regelungen stehen in den EU-Mitgliedsländern noch aus. Das hat zur Folge, dass Wettbewerbsverzerrungen stattfinden, z.B. bei der Käfighaltung von Hühnern, zu denen in Deutschland strengere Bestimmungen bestehen und auf diese Weise höhere Kosten entstehen als in den anderen EU-Ländern (#Huhn). Im Zusammenhang mit dem Tierschutz geht es auch um Tiertransporte. In Deutschland und der EU gibt es jetzt strengere Bestimmungen zur zeitlichen Begrenzung von Tiertransporten, zur Versorgung der Tiere während der Transporte. Deutschland ist Transitland für Tiertransporte. Eine Verringerung der Tiertransporte würde auch die Verbreitung von Seuchen verringern helfen. Seit 1998 gibt es außerdem in Deutschland das neu gefasste Tierschutzgesetz, nach dem jeder, der ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, das Tier seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen muss. Die von Wissenschaft und Industrie vorgenommenen Tierversuche dürfen nur unter sehr strengen Bedingungen durchgeführt werden.

Tierseuchengesetz

Gesetz, 2001 in neuer Fassung beschlossen, enthält Bestimmungen zur Bekämpfung von Tierseuchen im Inland, beim Transport innerhalb der Europäischen Union (EU) und bei der Ein- und Ausfuhr. Aufgeführt sind 38 anzeigepflichtige Seuchen von der „Afrikanischen Pferdepest“ bis zur „Vibrionenseuche der Rinder“. Durch Tierseuchen können ganze Bestände in einzelnen Betrieben oder auch Regionen betroffen sein. Hier reichen die Maßnahmen der Veterinärbehörden von der Sperrung bis schlimmstenfalls Tötung der Tierbestände. Landwirte zahlen Beiträge, je nach Größe der Tierbestände, in die Tierseuchenkasse und bekommen bestimmte Entschädigungsleistungen für seuchenbedingte Tierverluste. BSE – in strengem Sinne keine Seuche –, Maul- und Klauenseuche sowie die Schweinepest haben in Deutschland in den letzten Jahren eine Rolle gespielt. Neu und bedrohlich ist die Vogelgrippe.

Traktor

Der Traktor – auch Schlepper oder Trecker genannt – ist das wichtigste landwirtschaftliche Gerät. Mit ihm werden nicht nur Wagen und verschiedene Geräte, z.B. zur Saatbettvorbereitung gezogen, sondern auch viele landwirtschaftliche Geräte angetrieben. Mechanische Teile von Erntemaschinen, die z.B. das Erntegut transportieren oder rütteln, werden über Wellen vom Traktor bewegt. In Deutschland werden fast alle Traktoren, die meistens mit Allradantrieb ausgestattet sind, mit Dieselmotoren betrieben. Die Verwendung von Biokraftstoffen nimmt zu. Zur Verbesserung der Zugkraft und zur Reduzierung des Bodendrucks werden auch Doppelbereifungen eingesetzt. Die ersten Traktoren wurden in den 20er Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. In Deutschland begann der Siegeszug des Traktors in den 50er Jahren Die Zahl der Traktoren mit hoher Motorleistung nimmt zu, die Motorleistung in kW je 100 ha dagegen ab.

Synonyme: Schlepper, Trecker

Transferzahlung

Im Gegensatz zu Subventionen sind Transferzahlungen Zuwendungen, die von den laufenden wirtschaftlichen Entscheidungen der Empfänger unabhängig sind. In der Regel werden sie als soziale Leistungen an Haushalte und nicht an Unternehmen gezahlt.

Trinkwasser

Wasser für den menschlichen Verzehr, das in unterschiedlichen Mengen Mineralstoffe und andere Spurenelemente enthält. Pro Tag und Einwohner werden in Deutschland zurzeit 128 Liter Trinkwasser genutzt, davon nur. zwei bis drei Liter zum Trinken und Kochen. Der Rest wird für Baden, Duschen, Wäschewaschen und Toilettenspülung verbraucht. In Haushalten und der Industrie ist der Wasserbedarf in den letzten Jahren um ein Drittel verringert worden. Für Fremdstoffe im Trinkwasser gibt es festgelegte Grenzwerte, um Gesundheitsgefährdungen auszuschließen. Das gilt auch für Pflanzenschutz- und Düngemittel, speziell für den Nitratgehalt. Die Grenzwerte für Verunreinigung des Trinkwassers werden immer wieder neu diskutiert. Inzwischen sind aufgrund verfeinerter Analytikmethoden auch kleinste Mengen nachweisbar. Landwirtschaft und Wasserwirtschaft haben vielerorts Kooperationen geschlossen, um gesundheitliche Gefährdungen durch Trinkwasser auszuschließen. 64 Prozent des deutschen Trinkwassers stammt aus Grundwasser, 27 Prozent aus Oberflächenwasser und 9 Prozent aus Quellwasser.

Triticale

Getreidesorte, gewonnen durch eine Kreuzung aus Weizen und Roggen. Roggen ist eine besonders anspruchslose Getreideart, Weizen bringt hohe Erträge und beste Qualität. Triticale wird als Futter angebaut und hauptsächlich in der Schweinemast eingesetzt.

Trockenmasse

Gewicht eines Materials nach Abzug des Wassergehaltes. Die Angabe der Trockenmasse macht Vergleiche z.B. von Erntegut möglich, das natürlich und witterungsbedingt einen schwankenden Wassergehalt hat.

Truthühner (Puten)

Größte Geflügelart, aus Amerika stammend. Das Fleisch von Truthühnern ist eiweißreich und kalorienarm. Die Verbraucher in Deutschland haben sich nach dem Auftreten von BSE vermehrt auch dem Geflügelfleisch zugewandt, davon hat der Putenfleischabsatz profitiert. Der Verbrauch lag 2004 bei 6,5 kg pro Person.

Synonyme: Pute, Puten, Truthahn, Truthähne, Truthuhn, Truthühner