Den Humusgehalt nach oben bringen 

22.09.2017

Wie man den  Humusgehalt im Boden erhöhen kann, war Thema eines Informationstages in Freiburg-St. Georgen, zu dem BLHV, Landratsamt und Badenova eingeladen hatten.

 

Mit üblichen ackerbaulichen Methoden können Landwirte den Humusgehalt im Boden erhöhen. Das ist nicht nur gut für das Klima, weil dabei Kohlenstoffdioxid aus der Luft im Boden gebunden wird. Humusreicher Boden speichert auch Pflanzennährstoffe besser und so kann die Auswaschung von Nitrat in das Grundwasser verringert werden. Auf dem Betrieb von  Klaus Schitterer in Freiburg-St. Georgen  wurde  über  „regenerative Landwirtschaft“ informiert. Berater und   Landwirte   aus dem Einzugsbereich des Wasserschutzgebietes Hausen sowie  Fachschüler  für Ökolandbau des Kompetenzzentrums Ökologischer Landbau Baden-Württemberg aus Emmendingen-Hochburg nahmen teil. Die Referenten Dietmar Näser von  „Grüne Brücke   – Büro für Regenerative Landwirtschaft“ im sächsischen Neustadt und Friedrich Wenz von der Friedrich Wenz GmbH in  Schwanau gaben zu Beginn eine theoretische Einführung. Durch Anpassung der Bodenbewirtschaftung und Anbau von vielfältigen Zwischenfruchtmischungen lässt sich ihnen zufolge eine Bodenstruktur aufbauen, welche die Kulturpflanze stärkt und ihren Ertrag steigern kann.

 

Ohne Rückverfestigung

Näser wies darauf hin, dass ein dauerhafter Bewuchs wichtig sei, um dem Bodenleben ausreichend Nahrung zur Verfügung zu stellen. „Dieser muss möglichst vielfältig sein, um die verschiedenen Lebewesen in einem gesunden Gleichgewicht zu halten.“ Ein hoher Zwischenfruchtbestand kann heruntergemulcht werden und sollte dann flach in den Boden eingearbeitet werden. Dies kann mit  Kreiselegge und Schälfräse durchgeführt werden. Der Pflug sollte nicht eingesetzt werden. Die flache Einarbeitung der Zwischenfrucht sollte auch ohne Rückverfestigung erfolgen, denn für eine optimale Verrottung braucht es eine lose Vermengung von Erde, Pflanzenmaterial und Sauerstoff. Neu ist der Einsatz von sogenannten Rottelenkern, die den natürlichen Verrottungsprozess lenken und befördern sollen. Rottelenker sind milchsaure Fermente wie Sauerkrautsaft, die den Rotteprozess um ein bis zwei Wochen verkürzen. Das ermöglicht  nach einer ein- bis zweiwöchigen Wartezeit die Einsaat der neuen Hauptfrucht. Im nächsten Schritt soll das System der regenerativen Landwirtschaft auf einzelnen Versuchsflächen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald getestet und mit den in der Region üblichen Anbauverfahren verglichen werden. Die Referenten ermutigten die Landwirte, diese einfachen, leicht in die Praxis umsetzbaren Methoden anzuwenden und selbst nicht nur mit unterschiedlichen Kultursorten experimentierfreudig zu sein, sondern auch die ein oder andere Scholle mit Zwischenfrüchten und flacher Bodenbearbeitung zu bewirtschaften, um selbst die Effekte zu testen.

 

Padraig Elsner

 

 

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