Kommentar: Den Bauern keine unnötige Bürokratie aufhalsen

07.04.2017

Die Landwirtschaft darf die Regeln der guten fachlichen Praxis beim Düngen nicht für sich alleine regeln – leider. Fachlich gesehen können Nährstoffe, die auf oder in den Boden zur Ernährung der Pflanzen gebracht werden, auch unbeabsichtigt in Umweltmedien gelangen. Grundwasser, Oberflächenwasser, Meere, Luft und benachbarte Naturschutzflächen sollen möglichst wenig beeinträchtigt werden. Dafür sorgen die Umweltministerien. Sie haben also mitzureden.

 

Bis zuletzt hat die Landwirtschaftspolitik mit der Umweltpolitik um die Düngeverordnung gestritten. Fünf Jahre lang liefen die Vorbereitungen.

Der Streit wäre bei weitem nicht so hart geführt worden, könnte ganz Deutschland eine vergleichsweise günstige Situation und Entwicklung beim Nitrat wie Baden-Württemberg vorweisen.

„Auf unnötige Bürokratie verzichten!“ lautete denn auch die Überschrift der BLHV-Resolution zur Düngeverordnung bei der Landesversammlung in Bad Dürrheim vor zwei Jahren.

Das bisherige Prinzip, dass in ganz Deutschland einheitlich dieselben Regeln für die gute fachliche Praxis beim Düngen gelten, wurde aufgegeben. In „roten“ Gebieten mit hohen Nitratwerten wird es strengere Auflagen geben als in Gebieten, die nicht als „rot“ ausgewiesen sind.

Betriebe bis 30 Hektar kann das Land Baden-Württemberg in den nicht-roten Gebieten unter gewissen Voraussetzungen aus den geplanten komplizierten Aufzeichnungspflichten entlassen. Diese wichtige Länderoption hatte noch der frühere Amtschef im Landwirtschaftsministerium, Wolfgang Reimer, erstritten. Nun gilt es, dass Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Umweltminister Franz Untersteller sich einig werden, diese Option auch umsetzen zu wollen. Das wäre der gerechte Lohn für die erzielten Wasserschutz-Erfolge im Land.

 

Hubert God

 

Schlagwörter zu diesem Artikel

Kommentare zu „Kommentar: Den Bauern keine unnötige Bürokratie aufhalsen“

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Um Kommentare zu verfassen müssen Sie sich zunächst anmelden oder kostenlos ein Benutzerkonto registrieren.

Geben Sie Ihren BLHV-Benutzernamen ein.
Geben Sie hier das zugehörige Passwort an.