„. . . die Bevölkerung achtet auf so was!“
„Wir gehen davon aus, dass alle Mittel für MEKA, Ausgleichszulage und Betriebsprämie zeitnah und termingerecht ausbezahlt werden“, hieß es. Die Antragsabwicklung
und die Kontrollen seien 2011 sehr gut verlaufen. Nach einem bewegten Jahr, bei dem die Ämter zusätzlich mit den Schätzungen der Hagelschäden, der Schadensschätzung im Zusammenhang mit Ehec und Maiswurzelbohrer beschäftigt waren, lobten die Amtsleiter die gute Zusammenarbeit mit dem BLHV.
Gelobt wurden auch die Landwirte, deren Betriebe kontrolliert wurden. Es kam nur zu wenigen Beanstandungen. Nur der vereinzelte Einsatz von Herbiziden an Ackerrandstreifen mache Probleme, „hier müssen Sie Einsicht haben, aber die Bevölkerung achtet auf so was!“
Wie der BLHV mit dem Problem FFH-Wiesen in der Region umgehe, sei absolut richtig.
Hier zahle sich gemäßigter Widerstand aus, da der staatliche Naturschutz die Anforderungen an Landwirte oft überziehe.
Große Sorgen macht sich Winfried Schwarz in Sachen Investitionsförderung. Die Förderbedingungen verschlechtern sich, so dass anstatt früher zehn bis 15 Betriebe dieses Jahr im Kreis Tuttlingen nur zwei gefördert werden konnten. Zu FIONA kam der Hinweis, dass das Land ab 2014 keine Papieranträge mehr zu versenden plant. Neben dem Grünlandumbruchverbot − das von der Versammlung kritisiert wurde, da Ausnahmen für Sonderkulturen, Erdbeeren und Christbaumkulturen fehlen − sei auch die Genehmigungspflicht für Entwässerungsanlagen zu beachten.
Die Leiter der Veterinärämter, Dr. Karl Gretsch und Dr. Günter Herrmann, informierten über die BVD-Bekämpfung, die seit 2011 Pflicht ist. Die Landwirte sollten aufpassen, dass sie nur BVD-freie Tiere einstallen. „Sehr problematisch sind die Änderungen im Schweinebereich, so das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2018 oder die Gruppenhaltung bei Muttersauen.“ Es werde damit gerechnet, dass diese Auflagen 30 bis 40 Prozent der Betriebe zur Schließung zwingt. Insofern sei verbandspolitischer Einsatz weiter nötig.
Einen praktischen Hinweis gab Dr. Herrmann, der den Betrieben empfahl, im Hinblick auf den Wegfall der Atomkraft zu überprüfen, ob ein etwaiger längerer Stromausfall vielleicht durch Notstromaggregate überbrückt werden könnte. Die Leiterin des Amtes für Flurneuordnung, Karin Chluba, machte darauf aufmerksam, dass sie im Hinblick auf die Personalausstattung immer mehr Sorgen habe. In den laufenden Verfahren Allensbach und Moos-Iznang haben gemeinsam mit dem BLHV bereits vor Anordnung Infoveranstaltungen stattgefunden, so dass die Verfahren von den Landwirten gut angenommen werden.
Der Stockacher BLHV-Kreisvorsitzende Franz Käppeler erinnerte an die Initiative des DBV, der ein Gesetz für Flächenschutz initiieren möchte, sowie an die derzeitigen politischen Schwerpunktthemen wie Gemeinsame Agrarpolitik, Greening und die Herausforderungen im Tierschutz.
Ihr Ansprechpartner
RA Holger Stich
E-Mail: bzg-stockach
blhv [dot] de

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