Kommentar: Falsche Freunde

26.01.2018

Während 33000 Menschen, vornehmlich Berliner in Berlin, für eine Agrarwende demonstrieren, läuft zeitgerecht zur Grünen Wochen das Bauernbashing auf Hochtouren.

Die Großdemo wird von Jahr zu Jahr paradoxer. So war es dieses Mal den Akteuren ein wichtiges Anliegen, sich als Freunde aller Landwirte hervorzutun. Immerhin 160 Traktoren mit je ein bis zwei Landwirten führten die Protestzug an und ein Großteil der an die Landmaschinen angehängten Banner hätte auch vom BLHV stammen können. Es würde mich nicht wundern, wenn sich immer mehr, auch konventionelle Landwirte, die Frage stellen, ob die 33000 Demonstranten nun Freunde oder Feinde sind? Freunde haben in der Regel Gemeinsamkeiten.  Wieviele Landwirte waren jedoch von den „Neuen Bauernregeln“, die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vor rund einem Jahr vorstellte, begeistert? Immer wieder wurden Hendricks Schüttelreime bei der „Wir haben es satt“-Demonstration in höchsten Tönen gelobt. Aus berufsständischer Sicht eigentlich ein Scheidungsgrund. Auf der anderen Seite versprechen die „Ökos“ bessere Erzeugerpreise und wirklich wirksamen Schutz der bäuerlichen Landwirtschaft und das noch  viel besser, als es der Bauernverband in den letzten 50 Jahren gemacht hat. Solche Angriffe schaden der berufsständischen Interessenvertretung, denn sie zerrütten ihre Basis. Diese muss aber jetzt mehr denn je zusammenhalten, denn bald wird die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) verhandelt. Dann müssen sich alle Landwirte die Frage stellen, mit welchen Freunden sie sich die Erste Säule teilen wollen.

  

Padraig Elsner

 

 

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