Kommentar: Papierfrust statt Landlust

05.05.2017

Die Regionalkonferenzen des BLHV haben es deutlich gemacht: Bäuerinnen und Bauern leiden unter der zunehmenden Bürokratie in der landwirtschaftlichen Praxis.

 

 

Viele Male wurde Bürokratie als Katalysator für den Strukturwandel bezeichnet. Insbesondere im Nebenerwerb führt die Bürokratie dazu, dass Betriebe aufgegeben werden. In der landwirtschaftlichen Realität gilt: Papierfrust statt Landlust.

Noch eins draufsetzen wird die neue Düngeverordnung. Neue Aufzeichnungspflichten mit strengen Zeit- und Formvorgaben drohen und mit ihnen neue Nachtschichten im Büro für die Landwirte. Dass die neuen bürokratischen Aufgaben demnächst anstehen werden, ist kaum noch abzuwehren. Der BLHV wird weiter darum kämpfen, dass im Falle der Düngeverordnung Betriebe in "nicht roten Gebieten" bestmöglich entlastet werden.

 Auch wird der Verband alles daransetzen, dass die "unzumutbare" (Wortlaut aus einer Regionalkonferenz) Bürokratie für die Landwirte handhabbar wird. Hier gilt es, dass der technische Fortschritt in der elektronischen Datenverarbeitung zum Vorteil der praktizierenden Landwirte ausgenutzt wird.

So können heutzutage Rechnungen und Überweisungsträger einfach mit der Smartphone-Kamera fotografiert werden und mit ein paar zusätzlichen "Klicks" wird eine Überweisung ausgeführt. Beim Weltmarktführer im Onlinewarenhandel kann man ohne weiteren Aufwand über Sprachbefehle bestellen. Dafür wird lediglich ein zusätzliches technisches Gerät benötigt. Dieses  kostet keine 70 Euro und passt in jede Hosentasche.

 Für die Zukunft braucht die Landwirtschaft nicht nur den technischen Fortschritt auf dem Acker, sondern auch im Büro. Dafür sollten die Landwirte nicht von milliardenschweren Multikonzernen abhängig gemacht, sondern von denjenigen gefördert werden, die ihnen die Formulare ins Haus schicken.

 

Padraig Elsner, BLHV

 

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