Kommentar: Versuchskaninchen

16.12.2017

Kennen Sie jemanden, der schon mal eine Stoffstrombilanz – zusätzlich zum Nährstoffvergleich – für seinen Betrieb erstellt hat?

Man muss vermutlich lange suchen, bis man so jemanden findet. Man darf vermuten, dass auch beteiligte Regierungsvertreter und Politiker keinen kennen. Auf Druck der EU-Wasserschützer werden in Deutschland einfach Düngegesetze und -verordnungen beschlossen, die früher einmal zu Recht die Überschrift „gute fachliche Praxis“ tragen durften. Heute werden viehhaltende Betriebe zu Versuchskaninchen gemacht. Die nebulöse Evaluation soll dann herausfinden, was man der breiten Praxis ab 2023 zumuten will. Die erste Phase der Umsetzung der Stoffstrombilanz, von der ja „nur“ größere Betriebe mit mehr als 2,5 GV/ha erfasst sind, beginnt mit dem bevorstehenden Jahreswechsel. Es gibt aktuell aber noch immer keine abschließende  Fassung der Verordnung, geschweige denn offizielle Anleitungen oder Merkblätter. Kaum jemand weiß, wie das Ganze aussehen soll. Betroffene Landwirte können durch geschickte Wahl des Düngejahres ein halbes Jahr herausschinden. Sie müssen spätestens ab Juli Zu- und Abfuhren für die Stoffstrombilanz betrachten. Zudem müssen die Aufschriebe nicht wie ursprünglich geplant innerhalb von 14 Tagen oder einem Monat, sondern nunmehr innerhalb von drei  Monaten vorliegen. Praktikabler wäre gewesen, diese Frist gleich auf den Schlusstermin für die Bilanz zu verlegen.

 

Hubert God

 

 

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