Landwirtschaft verbindet BLHV und Bioland
Bereits in ihrem Eingangsstatement stellte Zilla Fröhlich, erste Landesvorsitzende des Bioland-Landesverbandes, die gemeinsame Verantwortung beider Verbände für den Erhalt und die Zukunft der Höfe heraus. Dabei brachte sie aber auch ihre Sorge über den Umgang mit natürlichen Ressourcen und den Klimawandel zum Ausdruck.
BLHV-Präsident Werner Räpple betonte seinen Respekt vor Biobetrieben, die oft genug als Pioniere beispielsweise beim Pflanzenschutz voranschritten. Unabhängig von der jeweiligen Wirtschaftsweise müssten alle bäuerlichen Familienbetriebe nach wirtschaftlichen Kriterien geführt und weiterentwickelt werden, denn ein angemessenes Familieneinkommen sei Voraussetzung für den Fortbestand. Der BLHV verstehe sich auch daher als Sprecher für alle Landwirte. So sei es nur logisch, dass beide Verbände Abstimmungsgespräche auch zu Themen wie GAP und MEKA anstrebten. Reizthemen wie Greening oder auch Fruchtfolge würden vom BLHV nicht prinzipiell in Frage gestellt, es bedürfe jedoch praxisgerechter Lösungen, betonte Räpple.
Bei den Themen Grünlandbewirtschaftung und Offenhaltung der Kulturlandschaft sind die Positionen beider Verbände recht nahe, betonte Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer von Bioland Baden-Württemberg. Die Offenhaltung des Grünlands im Schwarzwald bedürfe einer zusätzlichen Förderung der Tierhaltung. Unterstützt wird von beiden Verbänden eine teilweise Koppelung der Ausgleichszulage an die Tierhaltung.
Mit Blick auf die Vermarktung stehen beide Verbände auch für Regionalität. Schnittpunkte bei der Vermarktung sind beispielsweise die Produktlinien der Schwarzwaldmilch. Aber auch beim Raiffeisen-Kraftfutterwerk in Kehl können beide Verbände gemeinsam zukunftsträchtige Themen wie die GVO-freie Eiweißversorgung voranbringen. Beim Milchprojekt Schwarzwald wird von beiden Verbänden eine Verstetigung angestrebt. Im Interesse der Offenhaltung der Kulturlandschaft im Schwarzwald solle jedoch das Projekt auch für die Mutterkuhhalter geöffnet werden, so Dr. Eichert. Joachim Schneider, zweiter Landesvorsitzender des Bioland-Landesverbandes, verwies auf die von beiden Verbänden unterstützte Vermarktungsinitiative „Erzeugergemeinschaft Junges Weiderind“. Es gelte die regionalen Vorzüge zu betonen, um Verbraucher zu gewinnen. Friedbert Schill, Bioland-Landwirt und BLHV-Kreisvorsitzender, verwies auf die Potenziale bei der Vermarktung von Bioprodukten über den Groß- und Einzelhandel, aber auch auf die Anpassungen, die nötig sind, um die Vorgaben der Vermarkter im Hinblick auf die Menge, Aufbereitung und gleichbleibende Qualität der Ware erfüllen zu können. Fördermöglichkeiten nach dem Marktstrukturgesetz seien zu prüfen.
BLHV-Präsident Räpple verwies in diesem Zusammenhang auch auf geplante Änderungen bei der AFP-Förderung. Dabei soll die Regelförderung zugunsten besonders tierartgerechter Haltungsverfahren aufgegeben werden, was nicht akzeptabel sei. Die Vertreter beider Verbände waren sich einig, dass die andiskutierten Themen vertieft erörtert werden sollten, und streben künftig einen regelmäßigeren Gedankenaustausch an.

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