Luchs und Wolf - großes Medienecho

28.10.2016

Die Pressemitteilung des BLHV zu seinem Beschluss gegen Luchs und Wolf (BBZ Nr. 39) erfuhr ein breites Echo in den Medien.

 

Neben zahlreichen Regionalzeitungen war dies auch für ein großes deutsches Boulevardblatt eine Meldung wert. In einem ausführlichen Hörfunkinterview im SWR konnten die Argumente des BLHV gegen Luchs und Wolf nochmals dargestellt werden. Ausführlich berichteten auch einige einschlägige Internetforen.

Auf die Positionierung des BLHV reagierte der Landesnaturschutzverband (LNV) mit einer eigenen Pressemitteilung, in der er, im Gegensatz zum BLHV, den Luchs willkommen heißt. Der LNV bedauerte die ablehnende Haltung des BLHV zu Wolf und Luchs. Er könne aber manche Bedenken der Landwirte nachvollziehen.

 

Das Thema  beschäftigt weiter

Das Thema Luchs und Wolf beschäftigte den BLHV seither erneut und wird ihn weiterhin beschäftigen. In einer Sitzung der Oberrheinkonferenz in Cernay im Elsass wurden die Vorbehalte von Jägern und Landwirtschaft auf beiden Seiten des Rheins gegenüber Luchs und Wolf deutlich. Im Pfälzerwald wurden im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes im September drei Luchse freigelassen. Neben Rehen hat einer der Luchse auch schon drei Ziegen auf einer Weide  erbeutet.

Auf Einladung des BLHV tagte die AG Luchs und Wolf des Stuttgarter Landwirtschaftsministeriums im Haus der Bauern. Berichtet wurde dabei über das Monitoring, also die wissenschaftliche Begleitung der bei uns lebenden Luchse und Wölfe. Wolfsmeldungen gibt es aktuell keine. Der am 15. Mai bei Donaueschingen fotografierte Wolf wurde nicht mehr beobachtet. Drei aus der Schweiz nach Baden-Württemberg zugewanderte Luchse leben mittlerweile im Donautal bei Immendingen, im oberen Wiesental und bei Prechtal.

 

Wie erkennt man Luchsrisse?

Bei verendeten Nutztieren vermuten manche Landwirte den Luchs als Verursacher. Bislang haben die wissenschaftlichen Überprüfungen durch die staatliche Forstliche Versuchsanstalt (FVA) diesen Verdacht nicht bestätigt, mit Ausnahme der vier gerissenen Lämmer bei Elzach.

Die FVA wird in einem Fachbeitrag der BBZ auch mit Bildern aufklären, wie man Luchsrisse an Nutztieren erkennt. Rinder und Kälber gehören nicht zum Beutespektrum des Luchses, so die FVA, allenfalls Ziegen und Schafe. Rinderherden können in seltenen Fällen durch das Auftauchen eines Luchses beunruhigt werden und von der Weide ausbrechen.

 

Schutzstatus  herabsetzen

Es wurde auch über das Herdenschutzprojekt des Landesschafzuchtverbands und des NABU berichtet. Als Zwischenergebnis zeichnet sich ab, dass der Einsatz von Herdenschutzhunden, der derzeit aus rechtlichen Gründen (Hundehaltungsverordnung) ausgeschlossen ist, allenfalls für zehn Prozent der Schafhaltung überhaupt eine Lösung ist.

Der Einsatz von wolfsdichten Elektrozäunen wird derzeit erprobt. Der Arbeitsaufwand für den Tierhalter beim Einsatz solcher Zäune ist beträchtlich. Der BLHV betonte bei dieser Gelegenheit nochmals seine Forderung nach einer Änderung des europäischen Artenschutzrechtes, mit der Möglichkeit, Wölfe auch in Deutschland unbürokratisch bejagen zu können. Diese Position des BLHV vertreten auch die Alm-/Alpwirtschaftlichen Verbände im Alpenraum in ihrer Stellungnahme zum Fitnesscheck der FFH-Richtlinie vom 15. Juni 2016. Darin fordern die Verbände aus Österreich, Bayern, der Schweiz und Slowenien die Herabsetzung des Schutzstatus des Großraubwildes in Europa.

Sie betonen, Maßnahmen im Bereich Herdenschutz seien keine flächendeckende Option. Ein fortbestehender strenger Schutz von Wolf und Bär werde die Aufgabe der traditionellen Alm- und Weidewirtschaft zur Folge haben und damit eine Beeinträchtigung des Erholungsraums und der touristischen Nutzung.

Sie betonten auch die häufig in der Diskussion übersehene starke Beeinträchtigung des Tierwohls bei Nutztieren durch die tödlichen Angriffe von Bär oder Wolf.

Michael Nödl

 

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