Rotstift bei Beregnungsgemeinschaften?

18.11.2016

Länder können Maßnahmen zum Neubau und zur Erweiterung von überbetrieblichen Einrichtungen für Beregnungszwecke bisher  nach Grundsätzen der Gemeinschaftsaufgabe GAK fördern. Dies will der Bund streichen.

In einem gemeinsamen Positionspapier mit anderen Verbänden hat sich der Deutsche Bauernverband mit Nachdruck gegen eine Streichung dieses Fördergrundsatzes ausgesprochen. Die definitive Entscheidung über den Fördergrundsatz steht auf der PLANAK-Sitzung im Dezember an.

In einem Schreiben an das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) hat sich der BLHV dafür eingesetzt, dass Baden-Württemberg eine Investitionsförderung für überbetrieblich tätige Beregnungsorganisationen einführt. Dies sei auch für den Fortbestand in der GAK wichtig.

Die Beregnung von hochwertigen Kulturen sichere sowohl Qualität als auch Erträge. Im Hinblick auf Klimaveränderungen und Marktchancen halte der BLHV die Beregnung für eine zukunftsweisende Grundlage für die Wertschöpfung mit der heimischen Erzeugung von hochwertigen Kulturen. Die Förderung von überbetrieblichen Beregnungsinvestitionen ermögliche zentrale Entscheidungs- und Bewirtschaftungsstrukturen, die im Interesse der Wasserwirtschaft lägen.

Konkreten Bedarf sieht der BLHV beispielsweise in Zusammenhang mit den Planungen des Aus- und Neubaus der Rheintalbahn. Diese sehen vor, dass bestehende Beregnungsnetze diverser Beregnungsorganisationen insbesondere im Markgräflerland durchschnitten werden.

Mit der Schaffung einer grundsätzlich neuen Beregnungsstruktur würden die Beregnungsnetze und Beregnungseinrichtungen nicht nur effizient und grundwasserschonend ausgerichtet. Frühzeitige Investitionen, die über eine von der Bahn zu finanzierende Mindestlösung deutlich hinausgehen, könnten auch einen sicheren und störungsfreien Betrieb bereits während der langen Bauphase sicherstellen.

Das MLR hat in seiner Antwort darauf verwiesen, dass im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz und Hessen sich in Baden-Württemberg nur wenig Bewässerungsgemeinschaften befinden.

Betriebe der Landwirtschaft und des Gartenbaus könnten für Investitionen in Bewässerungseinrichtungen eine einzelbetriebliche Förderung nach AFP beantragen. Förderfähig seien alle fest installierten Einrichtungen von der Wasserentnahme bis zum Hydranten zur Wasserbereitstellung am Feldrand. Nicht förderfähig sei Beregnungstechnik auf dem Feld. In Gewächshäusern sei die gesamte Bewässerungstechnik zuwendungsfähig. 

Das MLR signalisierte dem BLHV, dass das Land dem Erhalt des Fördergrundsatzes grundsätzlich zustimmen wolle. Die Witterung der letzten Jahre trage offensichtlich dazu bei, dass vermehrt Interesse an einer Förderung der Beregnung bekundet werde.

Das MLR zeigt sich deshalb im Falle eines fehlenden GAK-Angebotes bereit, bei entsprechend nachgewiesenem Bedarf auch über Möglichkeiten einer Landesmaßnahme zu diskutieren und mit anderen Maßnahmen abzuwägen.

Gd

 

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