Vom Wahlrecht Gebrauch machen

22.09.2017

BLHV-Präsident Werner Räpple ruft zur Stimmabgabe bei der Bundestagswahl am kommenden Sonntag auf. Nachfolgend sein Appell im Wortlaut.

 

„Liebe Bäuerinnen und Bauern, mit Ihrer Beteiligung an der Wahl  gestalten Sie die Zukunft der Landwirtschaft und das Leben im ländlichen Raum mit.  Insbesondere wir Landwirtinnen und Landwirte dürfen keine Stimme verlieren, wenn wir Agrarpolitik im Sinne unseres Berufsstandes mitgestalten wollen.

Eines der wichtigsten Anliegen unserer Landwirtschaft ist eine starke Erste Säule mit verlässlichen Betriebsprämien, die kleine und mittelgroße Betriebe besserstellen. Die nächste Bundesregierung wird die Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik nach 2020 mit entwerfen, wie stark am europäischen Verhandlungstisch für unsere bäuerlichen Interessen gekämpft wird, hängt auch von Ihrer Stimme ab. Wie die Parteien die europäische Agrarpolitik gestalten wollen, konnten Sie in der letzten Ausgabe der BBZ nachlesen. In den vergangenen Wochen haben ehrenamtliche Vertreter des BLHV das Gespräch mit Politikern in ihrer Region gesucht und so die Agrarpolitik und den ländlichen Raum zum Wahlkampfthema gemacht. Ihnen allen gebührt dafür mein Dank.

 

Integration, Innere Sicherheit und Sozialpolitik waren die bestimmenden Themen des Wahlkampfes 2017. Aber am Rande wurde auch die Mindestlohndebatte geführt. Als Obstbauer und Winzer kann ich Ihnen sagen, dass einige Parteien Mindestlöhne fordern, die von landwirtschaftlichen Betriebsleitern nicht gezahlt werden können, wenn ihre Erlöse nicht im gleichen Maße steigen werden. Es ist gut und richtig, wenn sich unsere künftige Regierung für einen fairen Arbeitslohn einsetzt. Solange dieser aber nicht über den Markt erwirtschaftet werden kann, muss in der Mindestlohnregelung ein differenzierter Lohn für die Landwirtschaft Bestand haben und auch an der 70-Tage-Regelung festgehalten werden. Der Deutsche Bauernverband hat gemeinsam mit den Landesverbänden einen Agrar-Wahl-Check entwickelt, mit dem Sie im Internet unter www.bauern

verband.de agrarpolitische Standpunkte der Parteien  vergleichen können. Das Internet bietet uns  weitere Anwendungen, mit denen man sich einfach  über die Wahlprogramme der Parteien informieren kann. Auch nehmen digitale Medien und soziale Netzwerke immer mehr Einfluss auf unser Leben. Um den Fortschritt der Digitalisierung für uns und unsere Familien zugänglich zu machen, brauchen wir eine Regierung, die den ländlichen Raum konsequent mit schnellen Internetanschlüssen  versorgt und ebenso unsere Daten vor Missbrauch schützt. Nutzen Sie nicht nur das Internet, um sich über die Parteien zu informieren. Nehmen Sie sich zudem die Zeit, um sich genau mit den Wahlprogrammen der Parteien auseinanderzusetzen und suchen auch Sie das Gespräch mit Politikvertretern in Ihrer Region. Die Demokratie lebt von der aktiven Beteiligung der  Bürgerinnen und Bürger.  Auch wenn wir dafür Zeit aufbringen müssen, ist die Möglichkeit zur politischen Mitgestaltung unbezahlbar.“

 

 

 

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