BLHV beklagt Dämpfer für den Soja-Anbau

04.08.2017

Die positive Entwicklung des Soja-Anbaus in Südbaden wird durch die Änderung bei den Greening-Regeln ausgebremst, befürchtet der BLHV.

 

Auf 7.000 Hektar wird in Baden-Württemberg in diesem Jahr Soja angebaut, das sind mehr als doppelt so viel wie vor zwei Jahren, wie BLHV-Präsident Werner Räpple vergangene Woche in Freiburg bei der Erntepressekonferenz des BLHV berichtete.

 

Änderungen ab 2018

Der Soja-Anbau in der Region habe von den Greening-Vorgaben profitiert.  Und vom Trend hin zu Soja hätten Natur- und Klimaschutz, die Landwirtschaft und der Endverbraucher gleichermaßen profitiert. Von den konventionellen Sojabeständen seien die meisten als ökologische Vorrangfläche (ÖVF)  angemeldet, sagte der BLHV-Präsident.  Auf Greening-Flächen dürfen aber ab 2018 keine Pflanzenschutzmittel mehr eingesetzt werden, wie in Brüssel entschieden wurde. Im konventionellen Anbau sei aber ein Herbizidverzicht aus betriebs- und arbeitswirtschaftlichen Gründen nicht umsetzbar, deshalb befüchtet der BLHV, dass die Soja-Fläche in Südbaden wieder auf das Niveau von vor zwei Jahren zurückfällt. „Das bringt keinen ökologischen Mehrwert, sondern ist für die Vielfalt im Anbau  nachteilig“, sagte Räpple und erinnerte daran, dass der heimische gentechnikfreie Soja-Anbau Lieferungen aus Übersee unnötig mache und die regionalen Wertschöpfungsketten stärke.

 

Bestände sehen gut aus

Die Soja-Bestände in Südbaden präsentieren sich momentan sehr gut, sagte Klaus Mastel, Pflanzenbau-Referatsleiter im Regierungspräsidium Freiburg. Ein durchschnittlicher Ertrag von 4 t/ha sei aus heutiger Sicht möglich. Mastel erinnerte an die Vorteile von Soja aus pflanzenbaulicher Sicht und wies auf die Weiterverarbeitungs-Kapazitäten  für ökologisch und konventionell erzeugtes Soja in der Region hin, wo die Freiburger Firma Taifun (Bio) und das Raiffeisen-Kraftfutterwerk in Kehl (Bio und konventionell) vertreten sind.   „Wenn wir hier bei uns Öko-Eier erzeugen wollen, brauchen wir Öko-Soja von hier“, stellte Mastel fest. Anbauschwerpunkte von Soja in Südbaden seien der Ortenaukreis und der Kreis Konstanz. 2016 habe die Soja-Fläche um rund 700 Hektar zugelegt. 1.000 Hektar des Soja-Anbaus entfallen auf Bio, der Markt würde Mastel zufolge mehr vertragen. Mastel hofft, dass sich künftig Erträge und Erzeugerpreise für Soja so entwickeln, dass der Anbau auch ohne den ÖVF-Effekt möglich sei. Über FAKT werde der Soja-Anbau durch die Maßnahme „fünfgliedrige Fruchtfolge“ gefördert.

 

René Bossert

 

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