BLHV-Kommentar „Populismus à la Trump“

09.02.2017

Warum haut Bundesumweltministerin Hendricks rund 1,6 Millionen Euro Steuergelder für  missratene „neue Bauernregeln“ auf den Kopf? Nach eigener Aussage des Ministeriums nicht, um die Bauern zu diffamieren, sondern um die Bevölkerung über eine „fehlgeleitete Agrarpolitik“ aufzuklären.

Schlechter kann man seinen Werbeetat nicht verpulvern. Das ist so, als würde das Bildungsministerium einen Zeichentrickfilm mit Bienchen und Blumen für den Sexualkundeunterricht produzieren lassen und Till Schweiger würde die Synchronstimme einer männlichen Biene übernehmen.

Wie kann man auf die Idee kommen, die Bevölkerung mit Schüttelreimen über ein so komplexes Thema wie die EU-Agrarpolitik aufzuklären und dafür 1,6 Millionen Euro auszugeben? Entweder hat Frau Hendricks die Kontrolle über ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit verloren oder selbst den Bezug zur Realität. In jedem Falle verliert sie ihre Kompetenz als Bundesministerin, das hätte wiederum den Verlust des Amtes zur Folge.

 

Auf der anderen Seite verfolgt Hendricks einen perfiden Plan. Sie möchte für ihr Ressort möglichst viel von den europäischen Agrarfördergeldern abzwacken. So gesehen ist ihr Vorgehen genial, erst die Bevölkerung mit „Populismus à la Trump“ gegen etwas aufhetzen, von dem die meisten keine Ahnung haben, und gleichzeitig den landwirtschaftlichen Berufsstand in blinde Rage versetzen, so dass dieser kaum noch dazu in der Lage ist, standesgemäß dagegenzuhalten. So gesehen ist Frau Hendricks eine Stierkämpferin, die einem jubelnden Publikum einen verletzten Stier vorführt, um Ruhm und Geld einzustreichen. Wie das Spiel für den Stier ausgeht, ist bekannt.

 

Padraig Elsner, BLHV

 

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