BLHV positioniert sich gegen Luchs und Wolf

30.09.2016

Der Verbandsausschuss des BLHV beschloss am 16. September 2016 die Verbandsposition zu Luchs und Wolf. Der BLHV spricht sich gegen eine aktive Wiederansiedlung des Luchses unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen aus.

BLHV-Präsident Werner Räpple befürchtet massive Nutzungskonflikte zwischen Land- und Forstwirtschaft und einer wiederangesiedelten Luchspopulation aufgrund der Vorgaben des europäischen Artenschutzrechtes. Er fordert deshalb Rechtssicherheit durch ein sogenanntes antizipiertes Sachverständigengutachten der obersten Naturschutzbehörde des Landes, welches mit der EU-Kommission in Brüssel abgestimmt wurde.

 

Nicht zumutbar

In dieses ist ein umfassender Katalog von Vorhaben im Bereich der Land- und Forstwirtschaft aufzulisten, die weder Einzelexemplare noch eine Population des Luchses beeinträchtigen. Es sei für den einzelnen Landwirt nicht zumutbar, beispielsweise beim Bau eines Waldweges durch ein teures Sachverständigengutachten den Nachweis führen zu müssen, dass dieses den Luchs in dem Gebiet nicht störe, so Räpple.

Der BLHV erwarte außerdem, dass eine Wiederansiedlung des Luchses im Respekt vor dem Eigentum nur im Einverständnis mit den betroffenen Grundeigentümern erfolgt. Ebenso fordert er vom Land eine Garantie, dass Luchse, die sich auf landwirtschaftliche Nutztiere spezialisieren, problemlos der Natur entnommen werden können.

 

Existenz der Weidehaltung bedroht

Der BLHV spricht sich ebenso gegen eine Wiederbesiedlung von Baden-Württemberg durch den Wolf aus. In diesem Zusammenhang verurteilt er entschieden Versuche illegaler Auswilderung von Wölfen, wie mehrfach vorgekommen. Würde Baden-Württemberg ein Lebensraum für Wölfe, wäre dieses existenzgefährdend für die Weidehaltung. Die bislang bekannten Herdenschutzmaßnahmen eigneten sich nicht für die kleinstrukturierten Verhältnisse in Baden-Württemberg. Ein wolfdichter Zaun sei insbesondere in den Steillagen der benachteiligten Gebiete des Schwarzwaldes aufgrund des Arbeitsaufwandes technisch und wirtschaftlich unmöglich, so Räpple. Herdenschutzhunde stünden nicht in der erforderlichen Zahl zur Verfügung und verursachten für den Tierhalter nicht zumutbare Kosten.

 

Kritik an Willkommenskultur

Komme der Wolf, gehe die Weidehaltung und damit die Offenhaltung der Landschaft, so Räpple. Der BLHV fordere außerdem eine vom Land Baden-Württemberg garantierte Entschädigung von Nutztierrissen. Diese dürfe weder unter die De-minimis-Regelung fallen noch unzumutbare Schutzvorrichtungen bei der Tierhaltung verlangen. Der BLHV kritisierte auch die verbreitete Willkommenskultur für den Wolf. Diese sei der ländlichen Bevölkerung und den Weidetierhaltern im Besonderen nicht zu vermitteln.

Der BLHV erwarte daher, dass Politik und Gesellschaft die Sorgen der Landwirtschaft hinsichtlich des Wolfes ernst nehmen, die Befürchtungen nicht lediglich beschwichtigen, sondern praxisgerechte Lösungen anbieten. Dies müsse auch eine unbürokratische Entnahme von für die Weidetierhaltung problematischen Wölfen aus der Natur einschließen, so der BLHV.          

 

Michael Nödl

 

Weitere Links zum Thema Luchs und Wolf

 

Filmausschnitt: „Die schwerwiegenden Folgen der Wiederkehr des Wolfes in Frankreich"

Im Filmausschnitt spricht Dr. Laurent Garde über die Folgen der Wiederansiedlung des Wolfes in Frankreich. Laut Dr. Garde wurde der Wolf durch den strengen Artenschutz zum „biologischen Ungeheuer“. Er argumentiert mit Logik und Sachverstand gegen bisherige Herdenschutzmaßnahmen und für eine kontrollierte Bejagung des Wolfes. Dr. Laurent Garde ist Doktor der Ökologie und Anthropologie am Forschungsinstitut für die Ausführung der Weidewirtschaft in den Alpes Méditeriánée.

https://drive.google.com/file/d/0B_GXgfgBRGqpbG5lcDJDdkF5ZHM/view

Am Ende des Videobeitrages sind moderne Tierhaltungsanlagen zu sehen, die dazu unterlegten Musik- und Textbeiträge vermitteln einen falschen Eindruck der modernen Tierhaltung. Der BLHV weist darauf hin, dass er dieses Bild der modernen Tierhaltung nicht unterstützt.

 

SWR-Interview mit stv. Hauptgeschäftsführer Michael Nödl

BLHV-Wolfsexperte und Justitiar Michal Nödl sprach im SWR 4 Studio über die Konflikte zwischen Weidehaltung und Großraubtieren. Das Video kann man unter

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/suedbaden/badischer-bauernverba....

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