Gesetzeskonform mit Anhängern unterwegs

10.10.2012

Nicht zulassungspflichtige Anhänger sind in der Land- und Forstwirtschaft weit verbreitet. Sie dürfen selbst hinter schnell laufenden Schleppern stets nur mit einer Geschwindigkeit bis höchstens 25 km/h mitgeführt werden.

Auf zulassungsfreien landwirtschaftlichen Anhängern muss unbedingt ein 25-km/h-Geschwindigkeitsschild angebracht sein. Bauartbedingt kann auch ein 20-km/h-Schild
notwendig sein.

Land- oder forstwirtschaftliche (lof) Anhänger bis 25 km/h sind von dem Zulassungsverfahren ausgenommen. Sie benötigen kein amtliches Kennzeichen mit Stempel des Landkreises. Sie unterliegen auch nicht der Versicherungs- und Untersuchungspflicht (HU beim TÜV).

Voraussetzung für die Zulassungsfreiheit ist, dass die Anhänger:

  • in lof Betrieben
  • ausschließlich für lof Zwecke und
  • mit einer Betriebsgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h eingesetzt werden,
  • mit einem „25“-Schild gekennzeichnet sind,
  • in der Regel das gleiche Kennzeichen („grünes Wiederholungskennzeichen“) tragen wie ein im Betrieb zugelassener Schlepper und
  • eine Betriebserlaubnis haben (Ausnahme: Anhänger vor dem 1. Juli 1961 in Verkehr gebracht).

Schilder sind vorgeschrieben

Schneller als 25 km/h dürfen Kombinationen nur gefahren werden, wenn der Anhänger zulassungspflichtig ist. Lohnunternehmen müssen Anhänger bereits ab 6 km/h zulassen.

Das Pflichtversicherungsgesetz schreibt für alle zugelassenen Kfz und zugelassenen Anhänger eine Kfz-Haftpflichtversicherung vor, für lof Zugmaschinen ab 6 km/h.

Für mehrspurige Kfz mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit (bbH) von nicht mehr als 60 km/h (bei Schleppern ab 32 km/h) und für Anhänger mit einer bbH von weniger als 100 km/h sind Geschwindigkeitsschilder vorgeschrieben. Die Kennzeichnung der nicht zulassungspflichtigen Anhänger it dem 25-Schild ist sehr wichtig.

Unannehmlichkeiten durch fehlende Schilder lassen sich leicht vermeiden. Die nötigen 25-Schilder als Aufkleber können BLHV-Mitglieder bei ihrer BLHV-Bezirksgeschäftsstelle in der benötigten Anzahl kostenlos erhalten, solange der Vorrat reicht. Außerdem hält der BLHV eine Info-Broschüre bereit, die sich mit dem 25-Schild befasst.

Beim BLHV melden sich gelegentlich Landwirte, die von der Polizei kontrolliert wurden. Fehlt am Anhänger die Geschwindigkeits-Kennzeichnung, so entsteht Zulassungspflicht und somit auch Versicherungspflicht! Fehlt die erforderliche Betriebserlaubnis für den Anhänger, erhöht sich das Verkehrssünderkonto in Flensburg schnell um einen Punkt. Da hilft es auch nichts, wenn die Polizei schon zwanzig Jahre lang nie kontrolliert hat. Liegt für einen Anhänger keine allgemeine Betriebserlaubnis vor, sollte zunächst der Hersteller nach einer allgemeinen Betriebserlaubnis gefragt werden. Häufig verfügt der Hersteller lediglich über ein Gutachten für den zulassungsfreien Anhänger. Auf Grundlage des Gutachtens, das übrigens auch vom TÜV erstellt werden kann, kann die Straßenverkehrsbehörde eine Einzel-Betriebserlaubnis ausstellen.

Eine alte Ausnahme, die nicht jedem Polizisten bekannt ist, gilt nach Information des BLHV auch heute noch: Alte Anhänger, die vor dem 1. Juli 1961 in Verkehr gebracht wurden und seither nicht umgebaut wurden, brauchen keine Betriebserlaubnis für den lof Verkehr.

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