Kommentar: Von Berlin ins „Ländle“ blicken

06.10.2017

Wenn es an die Bildung unserer neuen Bundesregierung geht, müssen sich alle auch die Frage stellen: Was ist unser ländlicher Raum? In seinen Wäldern, Wiesen, Äckern, Seen- und Naturlandschaften sowie Gemeinden ist unsere Tradition verankert.

Die Landwirtschaft prägt und pflegt den ländlichen Raum, ist auch sein wirtschaftliches Rückgrat und Quelle unserer Lebensmittel. In seiner Kulturlandschaft hat sich eine einzigartige Flora und Fauna niedergelassen, deren Existenz eng mit dem Wirken und Handeln aller Menschen dort verwoben ist. Und auch, wenn es viele Menschen in die Städte zieht, der ländliche Raum ist ihr Wohn- und Erholungsraum.

Keiner dieser Aspekte kann im Sinne der Nachhaltigkeit über den anderen gehoben werden, obwohl nicht verhindert werden kann, dass eine Position mal zurückweichen muss.

Für einen nachhaltigen ländlichen Raum ist ökologischer Wildwuchs ebenso schädlich wie ungebremster Bauwahn. In die traditionellen Dorfgemeinschaften haben sich neue ex-urbane Mitglieder gemischt, das führt gleichermaßen zu Konflikten und zu kultureller Bereicherung und fordert Disziplin im Dialog, der bewusst vorangetrieben werden muss.

Der ländliche Raum ist, wie unsere gesamte Gesellschaft, vielschichtiger und komplizierter geworden. Er braucht eine erfahrene, aber auch dialogbereite politische Vertretung, die Kompromisse eingehen kann und zu seinen Werten steht. Obwohl es kein fehlerfreies Beispiel ist, sollte man von Berlin ins Ländle blicken, denn hier hat man, trotz ungewöhnlichen Farbenspiels, den ländlichen Raum ganz gut im Griff.

 

Padraig Elsner, BLHV

 

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