Kommentar: Gegen den Mist ankämpfen

30.06.2017

Das permanente Trommeln der Bundesumweltministerin Hendricks und der Medien hat beim Volk den falschen Eindruck erzeugt, dass alle Bauern zu viel düngen würden. Das ist aber nicht der Fall, denn der Einsatz von Düngemitteln erfolgt nachweislich immer effizienter.

 

Grundwassermessungen bezüglich Nitrat belegen in Baden-Württemberg einen günstigen Trend und einen zu 90 Prozent erfolgreichen Wasserschutz. Die Sachlage bietet also keinen vernünftigen Grund, alle Landwirte mit Aufzeichnungspflichten zu traktieren und Cross- Compliance-Kontrollen anzudrohen.

Es gibt zwar gewisse Ausnahmen von den Aufzeichnungspflichten. Diese sind aber begrenzt, zum Beispiel auf Betriebe bis 15 Hektar, sofern weniger als 750 kg N aus Wirtschaftsdüngern anfallen. Das Land kann solche Betriebe in „nicht-roten Gebieten“ hiervon weiter befreien.

Sobald aber Wirtschaftsdünger oder Gärreste aufgenommen werden, ist es vorbei mit Befreiung. Die Zusammenarbeit von Tierhaltern und viehlosen Betrieben wird künftig von der Düngeverordnung unnötig erschwert.

Viele kleine Betriebe haben keine Viehhaltung mehr. Sie dürfen zwar Futter und Stroh von ihren Flächen liefern. Sobald der kleine Betrieb aber auch nur eine Gabel Mist zurücknimmt, verliert er die Befreiung von der Aufzeichnungspflicht. Schade, dass sich das Land Baden-Württemberg gegen diesen Mist nicht erfolgreich wehren konnte.

Viele Landwirte werden elektronische Hilfsmittel für die Aufzeichnungen nutzen. Die ersten Anbieter werben bereits für eine unabhängige neutrale Düngeplanung. Deren Rat, „Vertrauen Sie Ihre Daten nicht dem Handel oder den Behörden an“, ist nicht gerechtfertigt, solange den Anwendern eine Sphäre des Vertrauens zugesichert wird.

 

Hubert God, BLHV

 

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