Kommentar: Umweltschutz muss teurer werden

22.09.2017

Landwirte erbringen  durch die Erfüllung von Umweltauflagen, wie Düngeverordnung und Wasserrahmenrichtlinie, schon einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz. Das belegt eine  vom Deutschen Bauernverband (DBV) in Auftrag gegebene Studie über die Kosten europäischer Umweltstandards und zusätzlicher Auflagen in der deutschen Landwirtschaft.

 

Laut dieser Studie belaufen sich die Kosten auf mehr als 5,2 Milliarden Euro. Der landwirtschaftliche Sektor bringt also über fünf Milliarden Euro für das gesamtgesellschaftliche Wohl auf – und wird er dafür auch entschädigt? Sicherlich nicht über die Erzeugerpreise, denn die richten sich bei vielen Produkten nach dem globalen Markt und der wird auch von Nicht-Europäern beliefert, die nur einen Bruchteil der Auflagen zu erfüllen haben und auch unter günstigeren strukturellen Bedingungen wirtschaften, also preiswerter produzieren können. Das ist bekannt und darum gibt es in der Europäischen Union die Direktzahlungen aus der Ersten Säule, die in Deutschland, zumindest noch bis in das Jahr 2020, mit 4,8 Milliarden Euro ausgestattet ist. Weil 4,8 nach Adam Riese weniger als 5,2 ist, reicht auch dieser Topf nicht aus, um die zusätzlichen Kosten zu decken. Dieses Defizit belegt auch die Absurdität, die hinter der Umschichtungsdebatte steckt. Hier möchte mancher  im Zuge der Reform der EU-Agrarpolitik nämlich Geld aus der Ersten Säule in die Zweite Säule stecken, in der noch höhere Auflagen gelten, obwohl das Geld in der Ersten Säule nicht ausreicht, um den Aufwand für die bestehenden Auflagen zu decken. Auf diese Weise  kann man sich vielleicht Freunde außerhalb der Landwirtschaft erkaufen und kurzfristig auf Stimmenfang gehen, aber keine nachhaltige Agrarpolitik für die Zukunft schaffen.

 

Padraig Elsner, BLHV

 

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