Minister will wegen Frost praxisnah helfen

12.05.2017

In der Bezirksgeschäftsstelle Stockach sprach Landwirtschaftsminister Peter Hauk mit Landwirten aus der Region über die Folgen der Frostnächte.

 

Rund 25 Obstbauern  schilderten sachlich ihre betrieblichen Schäden. Im Zentrum standen die Kernobstbestände, jedoch auch die Schäden bei Stein- und Beerenobst sowie bei Reben wurden thematisiert. Zudem erläuterten die Landwirte, welche Kosten im laufenden Jahr für die Bestandspflege anfallen werden. Sie machten dem Minister deutlich, dass trotz möglicher Totalausfälle die Bestandspflege in den Sonderkulturen fast unverändert weitergehen müsse und entsprechend  Kosten verursache.

Hauk erkundigte sich auch nach den Betriebsergebnissen der jüngsten Vergangenheit . „In den vergangenen Jahren hat man kaum die Produktionskosten decken können und im nächsten Jahr erwartet man in Europa eine Rekordapfelernte mit entsprechend schlechten Preisen“, erklärte Wolfram Renner, Obstbauer aus Stockach.

Der Minister erkannte die bedrohliche finanzielle Lage der Landwirte infolge des „Jahrhundertfrosts“ und gegenüber den anwesenden Pressevertretern wies er darauf hin, dass es keinen praktikablen Versicherungsschutz gegen Frostschäden gebe.  Dies möchte der Minister aber ändern, im Idealfall mit einer geförderten Mehrgefahrenversicherung für Landwirte.

 röste im April seien keine Seltenheit, aber der März sei der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. „Deshalb wurden die Sonderkulturen auch so stark geschädigt, weil sie schon so weit entwickelt waren“, so Hauk. Dies sei eine Folge des Klimawandels und es könne nicht sein, dass die Landwirte die Schäden alleine tragen müssen.

 

Referenzzeitraum  für Hilfsprogramm

Zum  geplanten Hilfsprogramm für geschädigte Landwirte erklärte der Minister, dass als Referenzzeitraum zur Schadensermittlung die vergangenen drei Jahre herangezogen würden. Wie hoch die Zuschüsse dann ausfallen, hänge von der Unterstützung des Bundes ab. Derzeit sei eine Entschädigung in Höhe von 40 bis 50 Prozent des Ernteausfalls realistisch.

„Ich habe den Auftrag erteilt, ein praxisnahes Verwaltungsverfahren zu erarbeiten, das mit einem Mindestmaß an Bürokratie auskommt“, betonte Peter Hauk.

Seitens des BLHV wurde betont, dass er das Vorgehen des Ministers befürwortet und  weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Ministerium setzt. So könne man gemeinsam Lösungen für Sonderfälle finden. Als ein Beispiel nannte der Verband die Berechnung der Referenz im Falle von Neuanlagen, die jetzt nach drei bis vier Jahren zum ersten Mal in den Ertrag gekommen wären.

 

El

 

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