Naturschutz setzt auf Zusammenarbeit

Landesregierung will neue Akzente beim Naturschutz setzen

Hinterseh: Maß und Mitte zwischen Naturschutz- und Landwirtschaftsinteressen
17.12.2011

Die grün-rote Landesregierung setzt auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Tourismus und Naturschutz. Darauf verwies MDG Sven Hinterseh am 8. Dezember im Verbandsausschuss des BLHV in Mengen. Er nannte die Bündelung der Interessen in einer Abteilung im MLR zielführend.

Der Ministerialdirigent bekundete bei seinem Antrittsbesuch im BLHV sein starkes Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem bäuerlichen Berufsstand. Es müsse ein gemeinsamer Weg zwischen Naturschutz- und Landwirtschaftsinteressen bei europarechtlichen und nationalen Vorgaben gefunden werden, so Hinterseh. Dabei dürfe nicht verkannt werden, dass bereits die schwarz-gelbe Landesregierung in ihrer politischen Zielorientierung für 2020 zahlreiche naturschutzrechtliche Vorhaben auf den Weg gebracht habe. Diese würden von der neuen Landesregierung modifiziert und um neue Akzente wie die „Natur-Ökonomie“ erweitert. Es gelte, Bewusstsein zu schärfen für den Wert der Naturschutzleistungen. Den wirtschaftlichen Wert der Bestäubung durch Insekten und Bienen hätten Wissenschaftler weltweit auf 153 Milliarden Euro jährlich veranschlagt, führte Hinterseh an. Die Landesregierung wolle für den Erhalt der Biodiversität mehr tun. Der Flächenverbrauch müsse deutlich reduziert werden. Die in der Konferenz von Rio weltweit verabredeten Naturschutzziele für 2010 seien bislang verfehlt worden. Der Artenrückgang verlaufe nahezu ungebremst.
 

MDG Hinterseh machte deutlich, dass Baden-Württemberg bislang 2,4 Prozent der Landesfläche als Naturschutzfläche ausweise. Die neue Landesregierung erstrebe einen Nationalpark im Nordschwarzwald mit einem Kerngebiet von 10.000 ha Waldfläche ausschließlich im Staatswald. Dazu bemühe sich Minister Bonde um größtmögliche Akzeptanz der betroffenen Bürgerinnen und Bürger der Raumschaft. Dialog-Foren und Arbeitsgruppen seien eingerichtet. Gutachten sollen mögliche Folgen für benachbarte Flächen etwa durch die Gefahr von Schäden durch den Borkenkäfer klären. Solche Gutachten werden bis spätestens Ende 2012 erwartet. Den Ausfall von Industrieholz durch Nutzungsverzicht bezeichnete Hinterseh als für die Sägeindustrie verkraftbar.
Nach Darstellung des Abteilungsleiters steige das Interesse der Bürgermeister im Südschwarzwald für die Einrichtung eines Biosphären-Gebietes. Dort gebe es keine zusätzlichen naturschutzrechtlichen Auflagen. Vielmehr könnten modellhafte Entwicklungen mit EU-Hilfen gefördert werden. Die Voraussetzungen für ein solches Gebiet mit drei Prozent Naturschutzfläche als Kernfläche seien durch großflächige Naturschutzgebiete wie etwa auf dem Feldberg und dem Belchen erfüllt.
Als eine große Aufgabe beschrieb Hinterseh Natura 2000. Hiervon seien 17,2 Prozent der Landesfläche betroffen. Maßnahmen- und Entwicklungspläne seien in der Umsetzung. Gegenüber der EU-Kommission bestünden Berichtspflichten.
 

Kommentare zu „Naturschutz setzt auf Zusammenarbeit“

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Um Kommentare zu verfassen müssen Sie sich zunächst anmelden oder kostenlos ein Benutzerkonto registrieren.

Geben Sie Ihren BLHV-Benutzernamen ein.
Geben Sie hier das zugehörige Passwort an.