Zu viele Biber auf engem Raum

17.07.2017

Das gehäufte Auftreten des Bibers im Schwarzwald-Baar-Kreis wird zu einem zunehmenden Problem für Landwirte und andere Landnutzer. Bestandsregulierung und vorbeugende Maßnahmen sind nötig. Das ist das Ergebnis eines runden Tisches zu dem Wassernager im Haus der Bauern in Freiburg.

In Baden-Württemberg gibt es  wieder mehr als 3.000 Biber. Davon hat sich allein ein Drittel im Schwarzwald-Baar-Kreis niedergelassen und verursacht zunehmend Schäden für Bauern – seien es Vernässungen von Flächen oder Maschinenschäden, weil Fahrzeuge in Bibergänge einbrechen. Bernhard Bolkart, Vizepräsident des BLHV und Villinger Kreisvorsitzender, sowie sein Donaueschinger Kollege Karl-Heinz Bäurer fordern daher vorbeugende Maßnahmen gegen den Biber und die Regulierung des Bestandes.

Beide unterstrichen dies bei einem Runden Tisch am 5. Juli im Haus der Bauern in Freiburg, zu dem die Wolfacher CDU-Bundestagsabgerodnete Kordula Kovac eingeladen hatte. Da sich der Biber als Wasserbauer, Tunnelbohrer und Holzfäller zugleich betätigt, beschäftigt er Landwirte, aber nicht nur diese. Im Haus der Bauern mit von der Partie waren daher weitere Land- und Wassernutzer, so Vertreter der Landkreise, ein regionaler Leiter der Deutschen Bahn und ein Vertreter des Kraftwerks im schweizerischen Schaffhausen. Die Deutsche Bahn beispielsweise kontrolliert regelmäßig die Strecken und behebt Schäden umgehend, wie ein Vertreter des Unternehmens bekundete.

Für die Landwirtschaft, besonders im stark betroffenen Schwarzwald-Baar-Kreis, beteuerten Bolkart und Bäurer, dass es nicht darum gehe, den Biber auszurotten. Sie forderten jedoch regulierendes Eingreifen, wenn der Bestand in einem Gebiet einen bestimmten Umfang überschreitet. „Es muss dort möglich sein, den Kerl zu entnehmen“,  sagte Bäurer. Teilnehmer des Runden Tisches forderten zudem schnellere Entscheidungen und Verstärkung vor Ort für die Biberbeauftragte beim Regierungspräsidium Freiburg („die kommt nicht mehr rum“).

Kordula Kovac nahm folgende Vorschläge des Runden Tisches mit:          

  • Definition der Anzahl Biber für eine stabile Population und Möglichkeit, Tiere zu entnehmen.
  • Förderung von Mitteln zur Prävention von Biberschäden, etwa Verbissschutzmittel an Bäumen.
  • Einrichtung eines Entschädigungsfonds zum Beispiel in Fällen, in denen die Biberschäden dazu führen, dass Landwirte Auflagen zum Erhalt von Fördergeldern nicht einhalten können. 

Kovac sagte zu, die Vorschläge an Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Umweltminister Franz Untersteller weiterzuleiten.

enz

 

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