BLHV: Auf unnötige Bürokratie verzichten

16.12.2015

BLHV: Auf unnötige Bürokratie verzichten

Der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes Werner Räpple fordert die Regierungen in Bund und Land auf, sich für eine praktikable Revision der Düngeverordnung stark zu machen. Die Verordnung diene der Umsetzung einer bedarfsgerechten Düngung und der Umsetzung von diversen Umweltzielen. Sie müsse sich jedoch an den Anforderungen der landwirtschaftlichen Praxis orientieren, betont Werner Räpple.

Mit der geplanten schlaggenauen Aufzeichnungsplicht für jede Düngung, bis hin zur Hoftorbilanz, würden dem Landwirt nur weitere bürokratische Hindernisse in den Weg gestellt. Die Einführung von zusätzlicher Bürokratie würde zu einer Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft führen, so der Verbandspräsident.

Regelungen wie die sofortige Einarbeitung von Düngemitteln und das Verbot von nicht DIN-geprüfter Ausbringtechnik würden zudem den Strukturwandel beschleunigen, da sich viele Betriebe die dafür erforderliche Technik nicht leisten könnten. Die Revision träfe auch Landwirte in Grünlandgebieten mit geringen Nitratgehalten im Grundwasser. Der BLHV setzt sich in der Diskussion besonders für eine sachgerechte Umsetzung ein. Einen Teilerfolg sieht der Verband in der Einführung von Länderklauseln, welche dem Land die Option einräumt Betriebe, bis 30 ha von der Aufzeichnungspflicht zu befreien, sofern diese sich in einem nitratarmen Gebiet befinden. Der Verbandspräsident mahnt bei den Verantwortlichen an, das Versprechen einzulösen, dass bestehende JGS-Anlagen Bestandsschutz erhalten und keine aufwendigen Sachverständigen-Prüfungen in der Anlagenverordnung vorgeschrieben werden.

Die aktuellen Umweltdaten für Baden-Württemberg belegten erneut, dass die Nitratgehalte in vielen Gebieten Baden-Württembergs der natürlichen Hintergrundkonzentration liegen. Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass Betriebe in Gebieten mit niedrigen Nitratgehalten im Grundwasser mit neuen, noch strengeren Regelungen belastet werden sollen. Für einen nachhaltigen Umweltschutz müssten diese Betriebe gefördert werden, appelliert Verbandspräsident Räpple an die Verantwortlichen und wiederholt seine Forderung nach einer, von der EU genehmigten, Beihilferegelung für Steillagenförderung. Mit der Aufstockung der Ausgleichzulage für tierhaltende Betriebe in Bergebieten hat der Verband bereits einen kleinen Erfolg für den Erhalt des Viehbestandes im Schwarzwald erzielt. Denn Wiederkäuer sind die Seele der Höhenlandwirtschaft und ermöglichen erst einen nachhaltigen Nährstoffkreislauf.

Ihr bbd

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