Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat ein neues Positionspapier zur Zukunft des Ökolandbaus veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Ökolandbau langfristig wirtschaftlich tragfähig, bodenschonend und praxisgerecht weiterentwickelt werden kann. Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) und der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) unterstützen die darin formulierten Forderungen ausdrücklich. Für den Bauernverband steht fest: Funktionierende Nährstoffkreisläufe sind die Voraussetzung für nachhaltige Bodenfruchtbarkeit und erfolgreichen Ökolandbau.
Hintergrund des Positionspapiers ist ein zunehmendes strukturelles Ungleichgewicht. Während inzwischen rund zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden, liegt der Anteil der Öko-Tierhaltung lediglich bei etwa sechs Prozent. Dadurch fehlen vielen Öko-Ackerbaubetrieben wichtige Nährstoffe für stabile Erträge, Humusaufbau und Bodenfruchtbarkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen des Thünen-Instituts bestätigen inzwischen die Folgen dieser Entwicklung. Zugleich gerät die ökologische Tierhaltung immer stärker unter Druck (zur Pressemitteilung). Praxisferne Vorgaben und verschärfte Rechtsauslegungen im EU-Öko-Recht führen dazu, dass immer mehr Betriebe aus der Tierhaltung aussteigen. Damit geraten auch funktionierende Kreisläufe zunehmend ins Wanken. Der DBV fordert deshalb eine grundlegende Kurskorrektur in der Agrarpolitik. Im Mittelpunkt stehen praxistaugliche Tierhaltungsregelungen, Investitionssicherheit für Betriebe, mehr Offenheit bei regionalen Nährstoffkreisläufen sowie eine stärkere Förderung praxisnaher Forschung.
Aus Sicht des LBV und des BLHV braucht es deshalb dringend Anpassungen im europäischen und nationalen Öko-Recht. Nur wenn Tierwohl, Umwelt- und Klimaziele mit praktikablen und wirtschaftlich tragfähigen Lösungen verbunden werden, kann der Ökolandbau in Baden-Württemberg und Deutschland nachhaltig weiterentwickelt werden.
LBV
Statement Johannes Schwörer, Vorsitzender BLHV Fachausschuss Ökologischer Landbau:
„Was mich zur Zeit viel beschäftigt, ist der immer größer werdende Unterschied zwischen politischem Anspruch und praktischer Realität. Seit Jahren wird davon geredet, den Ökolandbau auszubauen, aber gleichzeitig verlieren wir die Betriebe, die seine Grundlage sichern: die Öko‑Tierhalter. Ich kenne Berufskolleginnen und Kollegen, die ihre Tierhaltung nicht aus Überzeugung aufgeben, sondern weil sie sich von immer neuen Auflagen überfordert fühlen. Das schmerzt und es schadet dem Ökolandbau, denn diese Menschen haben jahrzehntelang gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft funktioniert. Was mir fehlt, ist ein politisches Verständnis dafür, dass Ökolandbau ein System ist. Ich wünsche mir, dass wir wieder mehr Vertrauen in die Praxis bekommen. Wir Landwirte wissen, was unsere Tiere brauchen, damit es ihnen gut geht. Wir wissen, wie Kreisläufe funktionieren. Und wir sind bereit für Innovationen, aber dafür brauchen wir Planungssicherheit bei Investitionen, beispielsweise beim Stallbau. Wir brauchen Regeln, die Tierwohl fördern, aber nicht Betriebe in die Knie zwingen. Wir brauchen Offenheit für verschiedene Wege der Kreislaufwirtschaft. Und wir brauchen Forschung, die uns hilft, die Pflanzenproduktion effizienter und resilienter zu machen.“
Statement David Gutjahr, Vorsitzender LBV Fachausschuss Ökologischer Landbau
„Wer den Ökolandbau in Baden-Württemberg weiter ausbauen will, muss endlich die Voraussetzungen dafür schaffen. Das Ziel von 30 bis 40 Prozent Ökolandbau wird nur erreichbar sein, wenn Politik und Verwaltung stärker an der Praxis orientiert handeln. Gerade Baden-Württemberg nimmt beim Ausbau des Ökolandbaus eine besondere Rolle ein. Umso wichtiger ist es, regionale Kreisläufe zu stärken und natürliche Standortbedingungen stärker zu berücksichtigen. Ökologischer Landbau funktioniert nicht nach einem starren Schema. Wir brauchen mehr Verfahrensoffenheit und Lösungen, die zu den natürlichen Voraussetzungen der Regionen und Betriebe passen. Kreisläufe müssen vor Ort geschlossen werden können. Besonders wichtig ist dabei auch der Erhalt der ökologischen Tierhaltung. Bio und Tierhaltung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Bio lebt von Vielfalt. Ökolandbau und Tierhaltung gehören zusammen. Sie sind für Humusaufbau, Bodenfruchtbarkeit und funktionierende Kreisläufe eng miteinander verbunden.“
Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat ein neues Positionspapier zur Zukunft des Ökolandbaus veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Ökolandbau langfristig wirtschaftlich tragfähig, bodenschonend und praxisgerecht weiterentwickelt werden kann. Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) und der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) unterstützen die darin formulierten Forderungen ausdrücklich. Für den Bauernverband steht fest: Funktionierende Nährstoffkreisläufe sind die Voraussetzung für nachhaltige Bodenfruchtbarkeit und erfolgreichen Ökolandbau.
Hintergrund des Positionspapiers ist ein zunehmendes strukturelles Ungleichgewicht. Während inzwischen rund zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden, liegt der Anteil der Öko-Tierhaltung lediglich bei etwa sechs Prozent. Dadurch fehlen vielen Öko-Ackerbaubetrieben wichtige Nährstoffe für stabile Erträge, Humusaufbau und Bodenfruchtbarkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen des Thünen-Instituts bestätigen inzwischen die Folgen dieser Entwicklung. Zugleich gerät die ökologische Tierhaltung immer stärker unter Druck (zur Pressemitteilung). Praxisferne Vorgaben und verschärfte Rechtsauslegungen im EU-Öko-Recht führen dazu, dass immer mehr Betriebe aus der Tierhaltung aussteigen. Damit geraten auch funktionierende Kreisläufe zunehmend ins Wanken. Der DBV fordert deshalb eine grundlegende Kurskorrektur in der Agrarpolitik. Im Mittelpunkt stehen praxistaugliche Tierhaltungsregelungen, Investitionssicherheit für Betriebe, mehr Offenheit bei regionalen Nährstoffkreisläufen sowie eine stärkere Förderung praxisnaher Forschung.
Aus Sicht des LBV und des BLHV braucht es deshalb dringend Anpassungen im europäischen und nationalen Öko-Recht. Nur wenn Tierwohl, Umwelt- und Klimaziele mit praktikablen und wirtschaftlich tragfähigen Lösungen verbunden werden, kann der Ökolandbau in Baden-Württemberg und Deutschland nachhaltig weiterentwickelt werden.
LBV
Statement Johannes Schwörer, Vorsitzender BLHV Fachausschuss Ökologischer Landbau:
„Was mich zur Zeit viel beschäftigt, ist der immer größer werdende Unterschied zwischen politischem Anspruch und praktischer Realität. Seit Jahren wird davon geredet, den Ökolandbau auszubauen, aber gleichzeitig verlieren wir die Betriebe, die seine Grundlage sichern: die Öko‑Tierhalter. Ich kenne Berufskolleginnen und Kollegen, die ihre Tierhaltung nicht aus Überzeugung aufgeben, sondern weil sie sich von immer neuen Auflagen überfordert fühlen. Das schmerzt und es schadet dem Ökolandbau, denn diese Menschen haben jahrzehntelang gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft funktioniert. Was mir fehlt, ist ein politisches Verständnis dafür, dass Ökolandbau ein System ist. Ich wünsche mir, dass wir wieder mehr Vertrauen in die Praxis bekommen. Wir Landwirte wissen, was unsere Tiere brauchen, damit es ihnen gut geht. Wir wissen, wie Kreisläufe funktionieren. Und wir sind bereit für Innovationen, aber dafür brauchen wir Planungssicherheit bei Investitionen, beispielsweise beim Stallbau. Wir brauchen Regeln, die Tierwohl fördern, aber nicht Betriebe in die Knie zwingen. Wir brauchen Offenheit für verschiedene Wege der Kreislaufwirtschaft. Und wir brauchen Forschung, die uns hilft, die Pflanzenproduktion effizienter und resilienter zu machen.“
Statement David Gutjahr, Vorsitzender LBV Fachausschuss Ökologischer Landbau
„Wer den Ökolandbau in Baden-Württemberg weiter ausbauen will, muss endlich die Voraussetzungen dafür schaffen. Das Ziel von 30 bis 40 Prozent Ökolandbau wird nur erreichbar sein, wenn Politik und Verwaltung stärker an der Praxis orientiert handeln. Gerade Baden-Württemberg nimmt beim Ausbau des Ökolandbaus eine besondere Rolle ein. Umso wichtiger ist es, regionale Kreisläufe zu stärken und natürliche Standortbedingungen stärker zu berücksichtigen. Ökologischer Landbau funktioniert nicht nach einem starren Schema. Wir brauchen mehr Verfahrensoffenheit und Lösungen, die zu den natürlichen Voraussetzungen der Regionen und Betriebe passen. Kreisläufe müssen vor Ort geschlossen werden können. Besonders wichtig ist dabei auch der Erhalt der ökologischen Tierhaltung. Bio und Tierhaltung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Bio lebt von Vielfalt. Ökolandbau und Tierhaltung gehören zusammen. Sie sind für Humusaufbau, Bodenfruchtbarkeit und funktionierende Kreisläufe eng miteinander verbunden.“