Den Hof außerhalb der Familie übergeben

27.10.2017

Statistisch gesehen hat nur jeder dritte Betrieb eine gesicherte Nachfolge. Dabei sitzen schon heute in den südbadischen Berufsschulen pro Klasse mehr Schüler, die zu Hause keinen eigenen Hof haben, als potenzielle Hofbesitzer.  Die außerfamiliäre Hofübergabe rückt unweigerlich in den Mittelpunkt.

Wer macht mir den Hof? – Wird die außerfamiliäre Hofübergabe das Modell der Zukunft? Sicher ist, dass zukünftig immer mehr Betriebe außerfamiliär übergeben werden und auch übergeben werden müssen. Nicht nur die steigende Weltbevölkerung steht der Schließung weiterer Höfe entgegen, sondern auch die Entwicklung des ländlichen Raums und die Schaffung oder Sicherung von Arbeitsplätzen. Zu guter Letzt sind Neugründungen von großem symbolischen Charakter: Sie machen deutlich, dass der Beruf des Landwirts attraktiv und lohnenswert ist –  ein Beruf mit Aussichten.

 

Hürden überwinden

Verursachen innerfamiliäre Abgaben bereits Probleme, kann man sich vorstellen, dass eine außerfamiliäre Einigung mit ebenso vielen Hürden verbunden ist. Zwei sich oft fremde Menschen treffen aufeinander. Der eine mit einer genauen Vorstellung, wie der Hof weitergeführt werden sollte, der andere mit neuen Ideen und Visionen, die oftmals von ersterer abweichen. Hier miteinander ins Gespräch zu kommen, festzulegen, was für jeden der Beteiligten geht und was nicht, erfordert Mut, Ausdauer und Energie und kann sich doch lohnen - für beide Seiten. Neben den zwischenmenschlichen Aspekten steht der hohen Motivation der Neugründer oft wenig Kapital und schwieriger Zugriff auf Land entgegen. Daher sind die Übergabemöglichkeiten hierbei so vielfältig wie die der Hofübergeber und Hofübernehmer selbst. Fest steht, dass der Prozess professionell begleitet werden und im Vorfeld Gespräche mit anderen Berufskollegen geführt werden sollten, die diesen Schritt bereits getan haben. Information und Beratung zum Thema sind unabdingbar. Außerdem müssen noch mehr Plattformen geschaffen werden, damit sich potenzielle Hofübergeber und Hofübernehmer treffen können.

 

„Gewusst wie“ mit dem BLHV

Einen Anfang macht hier die vom BLHV-Bildungswerk, der BLHV-Bezirksgeschäftsstelle Achern und dem BBL organisierte Veranstaltung: „Ich mach dir den Hof – ein Nachmittag zur außerfamiliären Hofübergabe“. Am Dienstag, 7. November ab 13 Uhr geht es in der Linde in Durbach um das Suchen und Finden, um den Perspektivenwechsel und das „gewusst wie … mit dem BLHV an deiner Seite“. An dem Nachmittag kommen Übernehmer und Übergeber zu Wort sowie Vertreter des BLHV, die beide Seiten im Beratungs- und Übergabeprozess unterstützen. Außerdem werden weitere Institutionen vorgestellt, die die  Hofübergabe professionell begleiten.

 

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