Kommentar: Die Ängste der anderen ernst nehmen

19.05.2017

Landwirte werden immer stärker von der Gesellschaft in die Pflicht zur Öffentlichkeitsarbeit genommen.

Zum einen, weil es gilt, unsachlichen Anschuldigungen zu begegnen. Jedoch auch, weil  Verbraucherinnen und Verbraucher einfach wissen wollen, wie ihre Lebensmittel erzeugt werden.

Dieses Wissen wird ihnen nicht mehr in die Wiege gelegt, denn der größte Teil von ihnen wächst fernab der Landwirtschaft auf.

Umso wichtiger ist es, dass Landwirte  Öffentlichkeitsarbeit ernst nehmen. Wenn sie nicht aufklären,  übernimmt es jemand anderes. Jemand, der zum Beispiel bewusst Unwahrheiten streut.

Öffentlichkeitsarbeit ernst zu nehmen heißt zunächst einmal, dass man sich der Öffentlichkeit stellt. Sei es während eines Hoffestes, als Interviewpartner für die Medien oder im direkten Gespräch mit Verbrauchern. Ein solches kann auch außer Kontrolle geraten. Das belegt ein Videomitschnitt, der  seit einigen Wochen im Internet kursiert. Darin filmt ein Landwirt mit seinem Handy ein Streitgespräch mit einer wütenden Spaziergängerin und muss sich dabei üble Beleidigungen und Anschuldigungen anhören. Der Plot des Videos ist, dass die Spaziergängerin, vermutlich eine Veganerin, dem Landwirt vorwirft, mit seiner Gülle das Grundwasser zu verseuchen. Die Erklärungsversuche des Landwirtes kommen nicht bei der Frau an, denn zu tief sitzt ihre Angst, dass ihr Grundwasser durch Gülle verseucht wird oder schon ist. Sie sieht ihre Lebensgrundlage in Gefahr.

Diese Angst müssen Landwirte ernst nehmen. Auch wenn es sehr schwerfällt, da die Angst unbegründet ist. Das ist der Kerngedanke,  den der BLHV und der Bund Badischer Landjugend  bei ihrem Argumentations- und Kommunikationstraining vermitteln wollen.

 

Padraig Elsner, BLHV

 

 

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