Kommentar: Imagearbeit für „Emilia“

12.01.2018

Das „Forum Moderne Landwirtschaft“ (FORUM) macht mit Landwirten Imagearbeit für die Landwirtschaft,  aber nicht für Landwirte.

Denn es macht Imagearbeit für „Emilia“. „Emilia“ ist zwischen 20 und 30 Jahre alt, lebt in hippen Stadtbezirken wie dem Prenzlauer Berg in Berlin, liest am liebsten Foodblogs über vegane Ernährung mit „Superfood“ und ist empfänglich für jeden neuen Lifestyle-Trend. „Emilia“ ist eine Zielgruppe. Diese  anzusprechen lohnt sich, denn sie ist mächtig und offen für den Dialog. „Emilia“ bricht nicht nachts in Ställe ein und legt sich nicht nackt und mit Kunstblut bemalt vor das Brandenburger Tor, um gegen  „Massentierhaltung“ zu protestieren. Aber „Emilia“ findet Massentierhaltung doof und fährt deshalb mit der U-Bahn zur „Wir haben es satt“-Demo. Wer erinnert sich noch an die Schwarz-weiß-Portraits von Christian Lindner, die auf den FDP-Wahlplakaten zur Bundestagswahl zu sehen waren? Die waren für „Emilia“ gedacht und mit ihr ging es immerhin von gefühlten null auf zehn Prozent. „Emilia“ mit sachlichen Inhalten über die moderne Landwirtschaft zu füttern, wird sich rechnen. Nur gut, dass das Forum sich dem angenommen hat und dies auch mit rund 50000 Fans auf Facebook erfolgreich umsetzt. Landwirten sollte die Arbeit des Forums, abgesehen von den Inhalten, gar nicht so gut gefallen, denn der Köder soll ja dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Die junge urbane Klientel, die „Emilia“ repräsentiert, wird entscheidend mitbestimmen, welche Landwirtschaft von der Gesellschaft akzeptiert wird. In Bild und Sprache sollte sich unsere Imagearbeit also auch auf diese Zielgruppe einstellen.

  

Padraig Elsner

 

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