Bauern brauchen wieder Vertrauen

09.03.2017

Bei der Landesversammlung in Bonndorf überreichte der 1. Vizepräsident Franz Käppeler am Ende seiner Rede eine Resolution des BLHV an Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Dabei wurde er von 50 Bäuerinnen und Bauern in Warnwesten mit der Aufschrift „FIONA & LINA: So nicht!“ unterstützt.

 

Die Resolution beginnt mit der Aussage: Landwirtschaft ist für die Gesellschaft unverzichtbar. Allerdings haben Bäuerinnen und Bauern, zum Beispiel durch die zunehmende Bürokratisierung, ihr Vertrauen in Politik und Zukunft verloren. Noch immer warten Landwirte im Verbandsgebiet auf ihre Betriebsprämie für 2016. In der Resolution verlangt der BLHV, Landwirte in Zukunft nicht für technische Fehler haftbar zu machen und den Kontrollbetrieben 90 Prozent der Direktzahlungen vorab als Abschlag zu zahlen.

In der Resolution werden weitere wichtige Eckpunkte für eine praxistaugliche Agrarpolitik gesetzt. Der BLHV setzt sich daher dafür ein, dass das Zwei-Säulen-System auch in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 erhalten bleibt, und lehnt jede Umschichtung von der Ersten in die Zweite Säule ab. Außerdem sollte der Zuschlag für die ersten Hektare auf 150 Hektar erweitert werden.

 

Düngeverordnung  mit Augenmaß

Des Weiteren verlangt der BLHV in der Resolution eine Umsetzung der Koalitionsvereinbarung: Kein gesetzlicher Schutz für Gewässerstreifen bei Gewässern, die nicht oder nur gelegentlich Wasser führen. Der BLHV setzt sich dafür ein, die Düngeverordnung in nitratarmen Gebieten mit Augenmaß umzusetzen und Betriebe bis 30 Hektar von Aufzeichnungen komplett zu befreien, indem die Landesregierung die sogenannte Länderoption der Düngeverordnung nutzt.

Weitere Forderungen betreffen Ökologische Vorrangflächen (ÖVF): Chemischer Pflanzenschutz bei Leguminosen muss auch in Zukunft möglich sein. Außerdem wird verlangt, dass Bauernhöfe in Baden-Württemberg zeitgemäß an das Breitbandnetz angebunden werden.

Des Weiteren fordert der Bauernverband eine spürbare Entbürokratisierung der europäischen Landwirtschaftsförderung. Insbesondere weist die Resolution darauf hin, dass der jetzige Verwaltungsaufwand von Landwirten und Behörden nicht mehr zu tragen ist und deshalb verringert werden muss. Beispielsweise sollte bei Flächenangaben nicht nach Quadratmetern, sondern nach Ar gefragt werden. Zudem  sollten Bagatellgrenzen bis 100 Euro je Maßnahme und Jahr eingeführt werden.

Außerdem verlangt der BLHV in der Resolution, dass der Verbrauch von fruchtbaren Böden gestoppt werden muss, um die Ernährung auch für die folgenden Generationen zu sichern. Den politischen Zusagen zur Eindämmung von Flächenverbrauch müssen endlich Taten folgen, fordert der BLHV.

 

Die Resolution im Wortlaut finden Sie auf der BLHV-Homepage unter http://www.blhv.de/verband/positionen

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