Kommentar: Impulse für die Kommunikationswende

09.02.2018

„Vom umstrittenen Stand der Bauern in einer modernen Gesellschaft“ lautet der Untertitel des Referates, das der Agrarhistoriker Peter Moser bei der Versammlung des BLHV-Kreisverbandes Freiburg am 17. Februar halten wird.

Die moderne Gesellschaft, so scheint es, ist sich so uneinig wie nie. Ein  Historiker könnte sicher belegen, dass es nie eine Gesellschaft gab, die sich vollends einig war. Doch ist die moderne Gesellschaft auch eine Individualgesellschaft, in der jeder eine öffentliche Plattform hat, um seinen eigenen Unmut über jedes Thema zu verkünden. Wenn es früher bei Streitgesprächen in Dorfschenken einmal lauter wurde, hörten nur die Anwesenden zu und der obligatorische Alkoholkonsum sorgte für eine besänftigende Amnesie am nächsten Morgen. Heute streitet man im Internet, das nie vergisst und wo jeder zuhören kann. Wenn im Netz über Landwirtschaft diskutiert wird, dann kommt hinzu, dass die meisten Beteiligten nur über ein oblatendünnes Halbwissen verfügen. Wird das mit individuell definierten Nachhaltigkeitsansprüchen kombiniert, dann werden weltfremde Ansprüche erhoben, die ähnlich leicht zu erfüllen sind wie eine energieneutrale Gratisreise zum Mond. „Landwirtschaft unter Druck“, so der Haupttitel des Referates von Peter Moser, ist dann noch eine freundliche Umschreibung des Umstandes. Die Ansprüche an die Landwirtschaft sind schlichtweg nicht erfüllbar –  nicht, solange die günstigste Ware den höchsten Absatz findet. Die Situation scheint in eine Sackgasse zu führen, und einige sehen den einzigen Ausweg in einer Agrarwende. Wenn wir aber das bestehende System von links nach rechts drehen, ohne unser Kommunikationsproblem zu lösen, dann haben wir den gleichen Schlamassel, bloß spiegelverkehrt. Die bessere Lösung wäre eine Kommunikationswende.  Moser könnte hierzu wohltuende Impulse geben.

 

Padraig Elsner

 

 

 

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