Lebhafter Abschluss der Regionalkonferenzen

09.02.2018

Rund 50 Bäuerinnen und Bauern aller Altersgruppen diskutierten am 1. Februar in Neuenburg-Steinenstadt kontrovers, engagiert und dabei stets fair über Themen, die den Alltag der Landwirte bestimmen. Die Kreisverbände Müllheim und Lörrach bildeten den Abschluss der BLHV-Regionalkonferenzen 2017/2018.

Die Landwirte drückt zurzeit einiges, wie die Diskussionsbeiträge deutlich machten: die öffentliche Debatte um Glyphosat und den chemischen Pflanzenschutz im Ganzen; der Druck auf die landwirtschaftlichen Flächen –  Grundlage der bäuerlichen Existenz; behördliche Vorgaben, Auflagen, Vorschriften; überbordender Naturschutz;  die Tierwohldebatte... Das erzeugt Frust und eine wachsende Erwartungshaltung gegenüber der eigenen Standesorganisation, dem BLHV. Einige an den Tischen der Versammlung wünschten sich, dass er aggressiver auftreten solle. Wie schon bei den anderen Regionalkonferenzen zuvor haben sich  die Stunden für die Aussprache unter den Bauern  in Neuenburg-Steinenstadt gelohnt. Anregungen werden mitgenommen und möglichst umgesetzt, wie es bisher schon der Fall war – zum Beispiel mit der Gründung einer landwirtschaftlichen Unternehmensberatung, verstärkter Öffentlichkeitsarbeit, besserer Einbindung des Nachwuchses durch einen jährlichen Jungunternehmertag und verstärkte Vertretung von Junglandwirten im Verbandsausschuss. Es waren beileibe nicht ausschließlich „graue Köpfe“, die sich am Nachmittag des 1. Februar für die BLHV-Regionalkonferenz in der Baselstabhalle freinahmen. Und so freute sich eingangs der Lörracher Kreisvorsitzende Heinz Kaufmann besonders über die jüngeren Teilnehmer, „denn Sie sind die Betriebsleiter der Zukunft“.

Diskutiert wurde in bewährter Form an einem Junglandwirtetisch, an dem der Nachwuchs seinen „Wunschzettel“ ausarbeitete, sowie an folgenden fünf Thementischen: Zukunft der Verbandsarbeit, Flächenverbrauch, Pflanzenschutz und Düngeverordnung, Naturschutz und FFH, Tierhaltung mit Zukunft.

Die internen Informationsflüsse verbessern und dabei stärker die bäuerliche Basis einbinden, waren mehrfach genannte Wünsche aus den Reihen der Bauern. Auch wünscht man sich vom Verband, unter Nutzung der neuen Medien noch mehr für die Außendarstellung der Bauern zu tun. Dem Flächenverbrauch gelte es noch stärker entgegenzuwirken, durch intelligente, alternative Ausgleichsmaßnahmen und einen höheren Schutzstatus von Ackerland. Bauen mit Augenmaß wurde gefordert. Beim Thema Tierhaltung sah sich Tischmoderator Franz Käppeler, Vizepräsident des BLHV, in schwieriger Mission: „In der Region ist nicht mehr so viel los mit Tierhaltung.“ Deswegen gelte es, die noch bestehende, eingeschlossen die kleinbäuerliche in schwierigen Schwarzwaldlagen,  nach Kräften zu unterstützen, statt sie  zu behindern. Gefordert wurde unter anderem, den Schlachthof Schönau zu fördern. Beim Thema Naturschutz und FFH, moderiert von Vizepräsident Bernhard Bolkart, wurde die hohe Auflagendichte bemängelt und  mehr Wertschätzung der bäuerlichen Arbeit für Landschaftserhalt und Naturschutz eingefordert. Ein großes Anliegen der Landwirte ist, dass chemischer Pflanzenschutz nicht „verteufelt“, sondern als wichtige Schutzmaßnahme für die Kulturen betrachtet wird. „Es ist in Vergessenheit geraten, dass Pflanzenschutz Ernten sichert und rettet“, verdeutlichte BLHV-Präsident Werner Räpple. Wissenschaftliche Erkenntnisse müssten die Basis für Mittelzulassungen sein und bleiben und nicht pseudowissenschaftliche Polemik, ergänzte der Müllheimer Kreisvorsitzende Michael Fröhlin.

Der Nachwuchs legte einen Schwerpunkt der Anregungen auf Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit mit  Web-basierten Medien. Es wurde angeregt, mehr Positionen von der Basis einzuholen. Zudem wünschen sich die Junglandwirte, dass die klein-strukturierte Landwirtschaft der Region stärker heausgestellt wird. Sie sei ein Trumpf. Schließlich wollen die Jungen mehr Spezialveranstaltungen zu abgegrenzten Themen. BLHV-Präsident Werner Räpple sagte  unter anderem zu, die interne Kommunikation auszubauen. In der öffentlichen Debatte um die Landwirtschaft „müssen wir versuchen, in die Offensive zu kommen“, benannte er abschließend als wichtiges Anliegen.

 

enz

 

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