Rundumblick zu „Ich mach Dir den Hof“

17.11.2017

"Ich mach dir den Hof“ – so der Titel der Veranstaltung, die vergangene Woche in Durbach stattfand. Zahlreiche potenzielle Hofübergeber, Hofübernehmer und Interessierte kamen zusammen, um einen ersten Überblick zu gewinnen, auf was bei einer außerfamiliären Hofübergabe geachtet werden muss.

Spannend war die Podiumsdiskussion, bei der Maike Aselmeier,  Beraterin des Vereins „Familie und Betrieb“, erläuterte, dass die außerfamiliäre Hofübergabe durchaus einige positive Aspekte mit sich bringt: Wer kann sich seinen Erben schon selbst aussuchen? Zudem können Familienstreitereien vermieden werden und wenn der Hof außerfamiliär abgegeben wird, fällt es den Übergebern häufig leichter, loszulassen.

 

Konkrete Beispiele beleuchten

Das Ehepaar Maria und Markus Lerch aus Biberach berichtete von der bevorstehenden Übernahme eines Betriebs als einem lang gehegten Traum, der bald in Erfüllung gehen dürfte. Dass nicht immer alles ganz reibungslos läuft, erzählte Reinhard Bichler, Landwirt aus Fußbach. Er hat vor vier Jahren eine GbR gegründet, um mit dem potenziellen Hofübernehmer zusammenarbeiten zu können. Eine Zusammenarbeit im Vorfeld hält er für unabdingbar. Außerdem sollte man mit der Suche nach einem passenden Nachfolger eher früher als später beginnen, so seine Empfehlung.  An Thomas Vogt, Notar im Landesdienst, wurden in der anschließenden Fragerunde die meisten Fragen gerichtet. Welche Ansprüche haben die weichenden Erben? Können auch nicht gelernte Landwirte ohne Nachteil einen Hof übernehmen und wie funktioniert das genau mit dem Rückforderungsrecht? Im zweiten Teil der Veranstaltung „Gewusst wie – mit dem BLHV an deiner Seite“ stellte Stefan Schrempp von der Bezirksgeschäftsstelle Achern vor, wie der Verband die Hofübergabe begleitet. Er beleuchtete die rechtliche und die steuerliche Seite einer Hofübergabe, während Michael Nödl, Justiziar des BLHV, die zwischenmenschliche Seite in den Vordergrund rückte.

 

Was möchte ich und was auf keinen Fall?

Ein Vertrag wird erst dann nachhaltig, wenn sich die Beteiligten im Vorfeld mit einigen Fragen beschäftigen, die nicht so sehr das „wie“ beantworten, sondern das „was“. Was möchte ich und was möchte ich auf keinen Fall? Maike Aselmeier stellte im Anschluss das Projektseminar „Außerfamiliäre Hofübergabe“ vor, dass ab Januar in St. Ulrich angeboten wird. An sechs Seminartagen beschäftigen sich die Teilnehmer mit den verschiedenen Phasen einer Hofübergabe, dem Wollen, der Form, der Suche, dem Übergang und der Übergabe.

 

Klar regeln, individuell gestalten

Zum Schluss stellte Claudius Wurth von der Landwirtschaftlichen Unternehmensberatung (LUB GmbH) vor, welche betriebswirtschaftlichen Betrachtungen zum Gelingen einer außerfamiliären Hofübergabe notwendig sind und wie die LUB unterstützend tätig werden kann. Zusammenfassend wurde festgestellt, dass es nicht die außerfamiliäre Hofübergabe gibt. Jede Übergabe ist so unterschiedlich wie die Hofübergeber und Hofübernehmer selbst. Für das Gelingen sind jedoch ein fester Zeitplan, eine klare Vertragsgestaltung und eine gute Kommunikation unabdingbar.

 

MiS

 

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