Mit Zuversicht und Optimismus - Erntedankbrief von Werner Räpple, Präsident des BLHV

29.09.2017

Schon wieder geht das landwirtschaftliche Jahr seinem Ende zu. Bis auf den Mais, die letzten Äpfel und Trauben ist die Ernte eingebracht. Für uns Landwirte wieder Zeit, Rückblick zu halten,  kurz durchzuschnaufen und dann richtet sich unser Blick wieder auf das nächste Jahr.

 

Roden, schneiden, Saatbeet richten, Wintersaaten ausbringen, Saat und Ernte – solange die Erde besteht – wie die Bibel sagt. An dieser Stelle auch Dank unserem Schöpfer und dies wohl wissend, dass auch dieses Jahr wieder viele Betriebe hart getroffen wurden von Frost, zum Teil auch von Hagel oder Trockenheit. Ernte ist nicht selbstverständlich, sie bedarf vieler Hände Arbeit, sie braucht aber auch gutes Wetter, Regen und Sonnenschein. Die positive Nachricht: Die Ernte ist trotz aller widriger Umstände wieder ausreichend für die Versorgung der Bevölkerung. Dies findet in Medien und öffentlicher Diskussion leider kaum Beachtung. Bei uns, darüber können wir froh sein, ist eine gute Lebensmittelversorgung zunehmend selbstverständlich. In vielen Ländern und Regionen der Erde ist aber das Gegenteil das zentrale Problem. Extremwettersituationen wie kürzlich Hurrikan Irma im Golf von Mexiko oder die extremen Monsun-Niederschläge in Indien und Bangladesch, aber auch Trockenheit und Dürre in afrikanischen Regionen, werden zu fast täglichen Meldungen. Auch wir Landwirte, die in und mit der Natur arbeiten, spüren den Klimawandel. Darum sind Anpassungen gefordert – wie die Überdachungen von Kirschen, Hagelnetze bei Äpfeln, Folien und Tunnel bei Beeren und Gemüse, neue Sorten und Klone, aber auch Beregnung gegen Frost und Trockenheit. Dank an dieser Stelle an Minister Hauk und die Landesregierung für die Unterstützung der stark frostgeschädigten Betriebe. Um unsere Aufgaben – Versorgung der Bevölkerung mit gesunden, frischen Nahrungsmitteln, Pflege der Kulturlandschaft, Erwartungen in Umwelt- und Naturschutz – erfüllen zu können, brauchen wir die positive Begleitung von Bevölkerung und Politik. So unterstützen wir den Ansatz, Versicherungslösungen für Hagel- und Frostschäden zu finden, und fordern von der neuen Bundesregierung steuerliche Erleichterungen bei der Rücklagenbildung als gute Möglichkeit zur Selbsthilfe. Dank auch für die Initiative „von Daheim“ des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart zur Unterstützung der Regionalvermarktung. Hier gilt es von Seiten unserer Genossenschaften Konzepte zu entwickeln, um auch in der gebündelten Vermarktung noch vom Trend zur Regionalität zu profitieren. Auch hier gibt es eine Reihe positiver Beispiele. Unsere Bäuerinnen und Bauern machen einen guten Job. Dies gilt insbesondere auch für unsere tierhaltenden Betriebe, die genau wissen, dass Tierwohl und Leistung der Tiere eng verbunden sind.  Unsere Art von Landwirtschaft genießt Vertrauen. Neue Markttrends und Technologien, eine höhere Wertigkeit für unsere Produkte verbunden mit Wertschätzung der gesellschaftlichen Leistungen bieten Perspektiven für junge Landwirte und sind somit entscheidend für Weiterentwicklung und Stabilisierung von Landwirtschaft und ländlichem Raum.  Gehen wir mit Zuversicht und Optimismus ins nächste Jahr!

 

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