Agrartag bietet Problemen ein Forum
In der gut besuchten Aasener Bürgerhalle wurden mit 150 Teilnehmern konkrete Konfliktfelder von Landwirtschaft und Bevölkerung in einer offenen Podiumsdiskussion mit dem Präsidenten des BLHV-Hauptverbandes, Werner Räpple, Landrat Karl Heim und dem Donaueschinger Oberbürgermeister Thorsten Frei erörtert.
Lebensmittelproduktion auf hohem Standard, Bauerndörfer als schmucke Wohn- und Lebensorte, eine vorzügliche Kultur und Erholungslandschaft – man könne stolz darauf sein, "was wir in unseren Dörfern, in Feld und Wald erschaffen haben und erhalten", leitete Moderator Richard Bruskowski, Chefredakteur der Badischen Bauernzeitung, die Diskussion ein. Die aktuellen Problemfelder waren dann schnell aufgemacht: Nutzungskonflikte auf Wirtschaftswegen zwischen Landwirtschaft und Freizeitnutzern und deren Unterhaltung durch Kommunen, denen das Geld ausgeht.
Im neuen Naturschutzprojekt, das die Hochmoore auf der Baar erhalten soll, sieht Landrat Heim die Chance neuer Pflegeverträge und Ausgleichsflächen. Grundsätzlich aber werde man hier "nichts gegen den Widerstand der Landwirtschaft auf den Weg bringen".
Jagdrecht und Wildschäden sind ein Dauerthema. Insbesondere das Schwarzwild tummelt sich in den großen Maisschlägen. Präsident Räpple machte sich für eine Reduzierung der Jagdsteuer stark und erwartet "engagierte Jäger", um die "Populationen in Ordnung zu bringen".
In der Plenumsrunde forderte Kreisrat Lukas Duffner das Thema Biogasanlagen ein, ein wichtiges neues Einkommensstandbein für Landwirte. Energie- und klimapolitisch ist das interessant, aber mit dem damit verbundenen vermehrten Silomaisanbau sind die Flächen knapp geworden und die Pachtpreise gestiegen. Besondere Probleme bereiten dabei die Großanlagen.
Für Heim ist man hier "allmählich im Grenzbereich, weil die Flächen nicht mehr da sind, um den Bedarf zu produzieren". Der Bevölkerung gelte es indes verständlich zu machen, dass Landwirte "Unternehmer sind, die die Biogas-Chance nutzen". Beim Straßenbau, sagte der Landrat, sei man grundsätzlich bemüht, die Situation der Landwirte zu berücksichtigen.
Das Ziel des ersten Schwarzwald-Baar Agrar¬tages, über praktische Probleme zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft öffentlich ins Gespräch zu kommen, wurde voll erreicht. Informativ, kurzweilig, ermutigend und mit der Bereitschaft zum Dialog als Grundlage zur Konfliktlösung wurden die Themen angepackt, zog Moderator Bruskowski Bilanz und ermutigte, mit diesem Ansatz weiter zu arbeiten.
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