Landwirtschaft sichert Zukunft der Mittelgebirge
Durch landwirtschaftliche Nutzung wird die Kulturlandschaft geschützt und die Zukunft der Bevölkerung der Mittelgebirge gesichert. Dabei leistet die Landwirtschaft trotz der naturräumlich bedingten Bewirtschaftungserschwernisse einen wichtigen Beitrag zur Erzeugung von gesunden Lebensmitteln, zur Pflege der Kultur- und Erholungslandschaft, zur Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Lebensgrundlagen und damit zur Aufrechterhaltung der erforderlichen Siedlungsdichte und Infrastruktur. Diese multifunktionalen Aufgaben zum Wohle der Allgemeinheit kann die Landwirtschaft in Mittelgebirgen jedoch nur erfüllen, wenn sie durch gezielte Maßnahmen der EU, des Bundes und des Landes gefördert wird. Aufgrund der föderalen Struktur ist insbesondere das Land als Verwaltungsvertreter in der Pflicht, speziell auf die Situation der Mittelgebirgsregionen zugeschnittene Maßnahmen einzufordern und auf Bundes- und EU-Ebene durchzusetzen.
Ein Blick auf geographisch und agrarstrukturell vergleichbare Regionen in Österreich und der Schweiz zeigt, dass die Landwirtschaft auch in Mittelgebirgslagen bei gesell-schaftspolitischem Rückhalt und agrarpolitischem Willen rentabel und zukunftsfähig sein kann. Erfolgsentscheidend ist eine hilfreiche und verlässliche Förderung der Wettbewerbsfähigkeit von Tierhaltungsbetrieben an absoluten Grünlandstandorten. Angemessene und dauerhafte Direktzahlungen sind unverzichtbar, um den höheren Aufwand der Bewirtschaftung von Grünland mit Hangneigung, die geringe Ertragsleistung dieses Grünlands und die höheren Kosten der Futterkonservierung auszugleichen. Hierzu erneuert der BLHV seine Forderung nach zusätzlicher Investitionsförderung. Sie muss den deutlich höheren Baukosten durch Schneelast und erhebliche Erdbewegungen Rechnung tragen. Gefordert sind auch tierbezogene Zahlungen. Sie gewährleisten, dass der Grünlandaufwuchs dem Gemeinwohl entsprechend sinnvoll verwertet wird. Nur über solche Fördermaßnahmen kann die Tierhaltung, insbesondere die Milchproduktion, in traditionell geprägten Mittelgebirgsregionen erhalten werden. Die Verwertung dieser naturnah erzeugten wertvollen Produkte erfordert aber auch eine gezielte Förderung im Bereich der Vermarktung. Hierzu fordert der BLHV eine verstärkte Kooperation zwischen Vermarktungsunternehmen.
Neben der Umsetzung dieser Fördermaßnahmen fordert der BLHV Initiativen zur strukturellen Weiterentwicklung der Tier haltenden Landwirtschaft in Mittelgebirgen. Der BLHV drängt auf die Einlösung der gesetzlich festgeschriebenen, flächendeckend zu gewährenden Offizialberatung und fordert eine ergänzende Spezialberatung. Beratung darf nicht auf maximales Größenwachstum der Tier haltenden Betriebe in Mittelgebirgsregionen fokussiert werden. Vielmehr muss den naturräumlichen Gegebenheiten und den einzelbetrieblichen Faktoren bestmöglich Rechnung getragen werden. Bäuerlicher Privatwald und Tourismus haben in Mittelgebirgsregionen eine große wirtschaftliche Bedeutung. Das muss in der Beratung und Betriebsentwicklung seinen Niederschlag finden. Aus- und Weiterbildung, Beratung und Förderung sind so zu gestalten, dass auch in der nächsten Generation im Rahmen der naturräumlich vorgegebenen Grenzen eine Weiterbewirtschaftung der Betriebe ermöglicht wird.
Vor diesem Hintergrund fordert der BLHV angemessene Begleitmaßnahmen zum Auslaufen der Milchquotenregelung. Konkret fordert der Verband
- eine deutlich verbesserte Investitionsförderung für Betriebe in benachteiligten Gebieten (50 %),
- eine Erhöhung und nachhaltige Absicherung der Ausgleichszulage,
- einen an Tierhaltung gekoppelten Zuschlag für die erste Raufutter fressende Großvieheinheit (Rinder, Schafe und Ziegen, 150,- Euro/RGV) sowie
- eine Spezialberatung, die die flächendeckend gesetzlich festgeschriebene Offizialberatung ergänzt.
Der BLHV fordert eine Finanzierung dieser Begleitmaßnahmen aus Mitteln eines neu zu schaffenden EU-Milchfonds. Diesem Fonds sind alle aus der bisherigen Milchmarktordnung einschließlich Exporterstattung eingesparten Agrarhaushaltsmittel zuzuführen.
Entschließung „Landwirtschaft sichert Zukunft der Mittelgebirge“ als PDF herunterladen
