Photovoltaikpotenzial noch stärker nutzen
Vielzahl an Anbietern und Komplexität des Themas macht Beratung erforderlich
Aus Sicht des Photovoltaikexperten ist auch in der Zukunft die Rentabilität der Anlagen gewährleistet. Die Preise für hochwertige Module seien in den vergangenen Jahren stark gesunken. Trotz geringerer Einspeisevergütung rechne sich die Investition deutlich besser als noch vor Jahren. Dr. Weber rechnete vor, dass die Anlagen auch nach der gesetzlich festgeschriebenen Vergütungszeit von 20 Jahren weiterhin Strom erzeugten. Er geht davon aus, dass danach noch zu guten Preisen ins Netz eingespeist werden könne oder der erzeugte Strom selbst genutzt werde. Photovoltaik, so Dr. Weber, sei in der heutigen Zeit eine sichere Investition und eine gute Alternative zu anderen Anlageoptionen. Eine Investitionsentscheidung bleibe auch in den kommenden Jahren profitabel.
Jeder vierte Betrieb
Der Agrardienst Baden hat, nach Darstellung der Geschäftsführerin Anne van Roode, in den vergangenen zehn Jahren weit über 2000 Photovoltaikanlagen an BLHV-Mitgliedsbetriebe vermittelt. Jeder vierte Betrieb des Verbandes verfüge über eine entsprechende Anlage. Dabei seien Anlagen anderer Anbieter noch gar nicht berücksichtigt. Frau van Roode unterstrich damit die große Investitionsbereitschaft der heimischen Landwirte in Photovoltaik. Dr. Weber begrüßte das Engagement des Agrardienstes Baden und verwies auf den Beratungsbedarf angesichts einer Vielzahl an Anbietern und der Komplexität des Themas. Gleichwohl, so der Institutsleiter, sei das Entwicklungspotenzial in der heimischen Landwirtschaft bei Weitem nicht erschöpft.
Für BLHV-Präsident Werner Räpple steht und fällt die Zukunft vieler Höfe in Südbaden mit einer gut durchdachten Unternehmensstrategie. Nur wenige Betriebe könnten allein durch Steigerung der Markterlöse aus dem Ackerbau, der Forstwirtschaft und der Tierhaltung überleben. Mehr denn je komme es darauf an, alle betrieblichen Ressouren und unternehmerischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Nutzung großer Dachflächen für Photovoltaikanlagen seien ebenso wie etwa die Verwertung von Schwachholz zur energetischen Nutzung Unternehmensbereiche, die in den vergangenen Jahren verstärkt von Land- und Forstwirten erschlossen wurden. Mit Hinweis auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die Einspeisevergütung machte der BLHV-Präsident deutlich, dass die Land- und Forstwirtschaft auch in der Förderpolitik verlässliche Rahmenbedingungen brauche.

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