Kommentar: Digitale Zukunft

19.07.2017

Landwirtschaft 4.0 soll der landwirtschaftlichen Praxis unendliche Möglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung zur Verfügung stellen. Entscheidungen, die Landwirte Mitte des 20. Jahrhunderts noch mehr oder weniger aus dem Bauch heraus getroffen haben, könnten alsbald also von einer künstlichen Intelligenz übernommen werden.

 

Sie könnte Düngung oder Aussaat teilflächenspezifisch optimieren und mittels fahrerloser Zugmaschinen selbst die Arbeit ausführen. Trotz Digitalisierung wird dem Landwirt jedoch nicht die Arbeit ausgehen. Sein Fachwissen wird auch nicht überflüssig, ganz im Gegenteil, er müsste noch einiges hinzulernen. Unterm Strich sehe ich in der Landwirtschaft 4.0 eines der größten Potenziale des 21. Jahrhunderts;  aber sie zieht in gleichem Maße Risiken mit sich. Solange Landwirte Herr ihrer Daten sind, wäre alles in Ordnung. Aber die letzte große Hackerattacke namens „WannaCry“ verschlüsselte die Daten globaler Konzerne, sodass sie keinen Zugriff mehr hatten. Für die Freigabe der Daten forderten die Hacker ein Lösegeld. Mal angenommen, die Digitalisierung wird flächendeckend umgesetzt, dann wären Hacker theoretisch in der Lage, die Landwirtschaft ebenso flächendeckend lahmzulegen. Das wäre eine substanzielle Gefährdung unserer Versorgungssouveränität mit Lebensmitteln. Das schreit praktisch nach einer europäischen Sicherheitsstrategie, die die digitale Landwirtschaft vor Hackern schützt. Sonst heißen die nächsten Cyberangriffe nicht „WannaCry“ sondern „WannaStarve“ (zu Deutsch: „Willst du verhungern?“).

 

Padraig Elsner, BLHV

Schlagwörter zu diesem Artikel

Kommentare zu „Kommentar: Digitale Zukunft“

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Um Kommentare zu verfassen müssen Sie sich zunächst anmelden oder kostenlos ein Benutzerkonto registrieren.

Geben Sie Ihren BLHV-Benutzernamen ein.
Geben Sie hier das zugehörige Passwort an.