Erfolgreiche Premiere des Jungunternehmertages

03.02.2017

Die Organisatoren des Jungunternehmertages, der BLHV in Zusammenarbeit mit dem Bund Badischer Landjugend, können sich über eine gelungene Premiere freuen. Über 60 junge Leute kamen am vergangenen Freitag in die Stadthalle nach Bräunlingen. Sie erlebten ein sehr informatives und kurzweiliges Programm.

Wenn einem das Publikum förmlich an den Lippen hängt, macht man als Referent bei einer Veranstaltung nicht viel falsch. Das dürfen als Bilanz des BLHV-Jungunternehmertages die vier jungen Leute für sich verbuchen, die sehr engagiert – mit Herzblut – präsentierten,  was sie als junge Chefs ihres Betriebes machen, wie sie es machen und warum sie es so machen.

Aber auch bei den ergänzenden Informationen war das Publikum sehr aufmerksam bei der Sache. Das betraf die Referate von Arndt Upfold, Fachmann für Start-up-Förderung im Stuttgarter Wirtschaftsministerium, sowie   von Gerhard Henninger und Claudius Wurth von der Landwirtschaftlichen Unternehmensberatung (LuB), einem Tochterunternehmen des BLHV. 

 

„Dicke Bretter bohren“

Ebenso interessiert aufgenommen wurde der Part von Bernhard Bolkart, Vizepräsident des BLHV. Er vertrat den wegen einer Beerdigung verhinderten Präsidenten Werner Räpple. Bolkart stellte seinen Schonacher Familienbetrieb mit Mutterkuhhaltung und Christbaumkulturen vor und skizzierte seinen Werdegang in Landjugend und BLHV.

Das junge Publikum erfuhr von Bernhard Bolkart unter anderem, dass er wegen familiärer Präferenzen zwischendurch eine Auszeit von berufsständischem Engagement genommen habe. Er berichtete von sehr schönen Erlebnissen bei der bäuerlichen Interessenvertretung,  aber auch von Momenten des Frustes. Am Ende warb er  bei den jungen Leuten engagiert dafür, sich im und für den bäuerlichen Berufsstand zu engagieren. Da die Bauern zahlenmäßig immer weniger würden, müsse man sich mehr anstrengen, Gehör zu finden. Dabei sei es für den BLHV von entscheidender Bedeutung, die junge Generation in die Verbandsarbeit mit einzubeziehen. „Wir müssen dicke Bretter bohren, aber wir haben auch Erfolge“, betonte der BLHV-Vizepräsident.

Die Landwirtschaft in Südbaden brauche sich im Übrigen nicht zu verstecken. Sie sei im Bundesvergleich vorne zu finden, wenn es um die Erfüllung gesellschaftlicher Anforderungen gehe, sie sei vielseitig und innovativ.

Zwei Jungunternehmer und eine Jungunternehmerin erfüllten in Bräunlingen diese Einstufung der Landwirtschaft zwischen Karlsruhe, Basel und dem Bodensee mit Leben. Ein weiterer junger Unternehmer, Ralf Schuler aus Schonach, nutzt das  bäuerlich geprägte Schwarzwald-Image, indem er mit seinem Unternehmen „Waldwerk“ Kleidung mit flotten Schwarzwald-Motiven herstellt und vertreibt. So gibt es das Profilbild einer Motorsäge als „Fichtenmoped“. Man kann sich zudem als „Uhrensohn“ auf dem Hemd outen – in Anlehnung daran, dass früher Uhrenträger aus dem Schwarzwald durch die Lande zogen: www.waldwerk.org

Lothar Seiffert präsentierte seinen Betrieb in Hüfingen-Sumpfohren mit 170 Milchkühen. Nach einem Großbrand entstand zwischen 2014 und 2015 ein neuer Stall, in dem auf die Umsetzung von Tierwohlaspekten besonderer Wert gelegt wird. Besonderheit: In einem Online-Shop kann man zusätzliche Tierwohlmaßnahmen erwerben. Lothar Seiffert hat in Kiel Landwirtschaft studiert mit Abschluss Bachelor und ist gerade dabei, in Hohenheim den Master draufzusatteln. Praktikums-Aufenthalte führten ihn unter anderem nach Australien und Rumänien: www.wiesenackerhof.jimdo.com

 

"Schnapsidee"

Florian Faudes Credo lautet: „Wir sind ein sehr fruchtbares Land, da muss man was draus machen.“ Faude erzeugt in Bötzingen Brände aus regional bezogenen Früchten und Gemüsen. Sein Qualitätsanspruch daran ist hoch: „90 Prozent der Destillatqualität kommen vom Ausgangsmaterial, da kann der Kessel noch so schick sein.“ Faude will sich in Qualität und Preis  abheben. „Wenn der Nachbar sein Kirschwasser für zehn Euro verkauft, muss ich nicht 9,50 Euro verlangen. Ziel müssen 30 Euro sein“, betonte er. Dafür müsse man sich präsentieren und manchmal auch „eine große Klappe haben“.

„Jetzt kommt da wieder einer, der hat eine Schnapsidee“, berichtete Faude von Schwierigkeiten in der Startphase, Banker von der Kreditwürdigkeit seines Vorhabens zu überzeugen: www.faude-feine-braende.com

 

Christina Burkard führt mit ihrer Familie in Wutöschingen einen Hof, der auf mehreren Beinen steht: Milchproduktion, Bullenmast, Ackerbau, erlebnispädagogische Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Direktvermarktung, auch per Automat. „Wir haben unsere Nische gefunden“, bilanziert die junge Unternehmerin: www.derlindenhof.com

 

enz

 

 

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