Kommentar: Die Reise planen

03.11.2017

Landwirtschaftliches Risikomanagement ist ein weites Feld: Nicht nur eine breite Fruchtfolge und die Anbaudiversifizierung können helfen, um Preis- und Wetterschwankungen aufzufangen.

 

Ebenso hilfreich ist der Aufbau neuer Betriebszweige, die weniger witterungsabhängig und relativ marktneutral sind. Ein Paradebeispiel für erfolgreiche Betriebserweiterung ist Urlaub auf dem Bauernhof. „Back to the Roots“ – zurück zu den Wurzeln –  ist das Motto, nach dem immer mehr Familien ihren Urlaub planen. Seine Kinder mal Stallluft schnuppern lassen, soll ja nicht nur unmittelbar gesund sein. Nachgewiesen ist, dass Landwirtskinder seltener an Allergien leiden als Stadtkinder. Es ist auch ein Stück weit das Erfüllen des elterlichen Bildungsauftrages, wenn man den Nachwuchs erleben lässt, woher die Milch wirklich kommt. Wenn die Mama aber die Gummistiefel einpackt, dann wird auch Matsch und Mist erwartet. Zwar kann Letzteres auch von ein wenig Kleinvieh gemacht werden, aber der beste Mist kommt immer noch aus der aktiven Landwirtschaft. Urlaub auf dem Bauernhof geht eben nur auf dem Bauernhof.  Aber keine Schande über diejenigen, die in einem ehemaligen Bauernhof Gästebetten anbieten, auch Urlaub auf dem Land hat seine Fans, die für Mist weniger übrig haben. Unterm Strich kann sich der maßvolle Einstieg in den Tourismus für den landwirtschaftlichen Betriebswirt lohnen. Damit Landwirte aber strategisch, professionell und langfristig planen können, wohin die Reise gehen könnte, werden valide Zahlen benötigt, die belegen können, wie erfolgreich der Bauernhoftourismus in der Region ist.

 

Padraig Elsner

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