Diesen Dialog müssen wir noch intensiver führen

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Diesen Dialog müssen wir noch intensiver führen

| Verbandsarbeit

Liebe Berufskolleginnen und -kollegen,

hinter uns liegt ein ereignisreiches Jahr, das vor allem durch eine extreme Dürre geprägt wurde.

Im August litten mehr als 80 Prozent der Flächen in Deutschland bis in den Unterboden unter Trockenheit. Und im Hochsommer sprach jedermann über die vom Berufsstand geforderten und dringend notwendigen Dürrehilfen für deutsche Landwirte.

Dass die Politik schlussendlich einwilligte, war gut. Die hohen bürokratischen Hürden, die damit einhergingen, waren es nicht. Ich hätte mir eine unkomplizierte und wirkungsvolle Unterstützung gewünscht, so wie sie das Land Baden-Württemberg nach dem Jahrhundertfrost aufstellte. Die ersten Buchführungsergebnisse haben offengelegt, dass die baden-württembergischen Frosthilfen dort gewirkt haben, wo es notwendig war.

Besser wäre jedoch, wenn uns das Jahr 2019 normales Wetter bringt: Regen und Sonne im ausgewogenen Maß, so dass alles ohne große Sorgen gedeihen kann.

Nichtsdestotrotz wird sich der BLHV weiterhin für Managementinstrumente einsetzen, mit denen wir uns in extremen Jahren selbst helfen können, so dass wir nicht mehr auf staatliche Notfallhilfen angewiesen sind. In unserer Position zur Gemeinsamen Agrarpolitik haben wir dazu schon einige Forderungen aufgestellt: Investitionsförderung für risikominimierende Technologien, wie die Frostschutzberegnung, eine finanziell geförderte Mehrgefahrenversicherung und natürlich die steuerfreie Rücklage für Landwirte.

Mit unserem Papier zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union setzen wir auch auf ein starkes Europa, das sich geeint den Herausforderungen der Zukunft stellen kann. Dazu gehört nach wie vor eine stabile Versorgung mit Lebensmitteln, die nur durch eine vielschichtige Agrarstruktur gewährleistet werden kann. Darum fordern wir höhere Prämien für die ersten Hektare und eine Besserstellung kleiner und mittelgroßer Betriebsstrukturen.

Um die anstehenden Herausforderungen meistern zu können, setzen wir auch auf moderne Technologien und Innovationen. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir in diesem Jahr erstmals eine eigene Fachmesse für die Landwirtinnen und Landwirte in Baden präsentieren dürfen. Mit unserer neuen Fachmesse setzen wir nicht nur auf Innovation und Fortschritt, sondern auch auf Austausch unter Landwirten und mit ihren Partnern aus der Branche. Ich freue mich schon jetzt darauf, Sie bei der Regio Agrar Baden in Freiburg vom 19. bis zum 21. März begrüßen zu dürfen.

Eine wichtige Aufgabe der nächsten Jahre ist die Weiterentwicklung unserer Verbandskommunikation. Als moderner Dienstleistungsverband wollen wir Sie ihrem Bedarf entsprechend mit wichtigen Informationen  versorgen. Dafür haben wir im vergangen Jahr eine neue Mitgliedersoftware eingerichtet, die uns viele neue Kommunikationswege öffnet.

Insbesondere die E-Mail-Kommunikation wird eine immer wichtigere Rolle im Verband einnehmen. Darum bitte ich Sie, uns Ihre E-Mail-Adressen zukommen zu lassen, um Sie zeitgemäß mit wichtigen Informationen aus der Verbandsarbeit bedienen zu können. Mit dem Neustart unserer Verbandshomepage noch in diesem Frühjahr setzen wir einen weiteren Baustein in der Weiterentwicklung unserer Kommunikation: Über den neuen Internetauftritt sollen Sie schnell und einfach an die für Sie wichtigen Informationen gelangen.

Während wir unsere Verbandskommunikation modernisieren, müssen wir auch in der Öffentlichkeitsarbeit neue Maßstäbe setzen. Ich habe große Bedenken, wenn ich die öffentliche Debatte über die Landwirtschaft beobachte.

Viele Medienberichte über die Landwirtschaft beinhalten nur einen Bruchteil der Hintergründe und Fakten, die notwendig wären, um den Sachverhalt verstehen zu können. Im vergangenen Jahr habe ich darum direkten Dialog mit wichtigen Pressevertretern gesucht und bin dabei auf Verständnis und Kooperationsbereitschaft gestoßen. Ein Ergebnis dieser Gespräche war die „BZ-Hautnah Veranstaltung“ im Haus der Bauern. Hier haben wir eine ehrliche Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern über den Pflanzenschutz geführt.

Diesen Dialog müssen wir noch intensiver führen. Ich  möchte auch in diesem Jahr Verbraucher zu Diskussionsabenden in das Haus der Bauern einladen und ich würde mich freuen, wenn Sie in Ihren Orts- und Kreisverbänden diesem Beispiel folgen. Ein Verband lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Daher möchte ich allen, die sich im vergangenen Jahr für die Belange des bäuerlichen Berufsstands eingesetzt haben, an dieser Stelle ganz herzlich danken.

 

Fürs neue Jahr wünsche ich Ihnen allen alles Gute, Gottes Segen und bleiben Sie mit Ihren Familien gesund.

 

Werner Räpple,

Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes