Leckeres und schwer Bekömmliches

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Leckeres und schwer Bekömmliches

| Verbandsarbeit
Tags: Volksantrag

Die Wertschöpfung für Erzeugnisse der Bauern aus der Region und Konsequenzen der jüngsten Waldschäden waren Hauptthemen der gemeinsamen Weihnachtspressefahrt von BLHV und ForstBW. Sie führte am Montag nach Ehrenkirchen und nach Sulzburg.

 

Das Bäckerei- und Konditoreiunternehmen Kaiser in Ehrenkirchen war erstes Ziel der erneut gut besuchten Informationsfahrt für Journalisten. Kaiser versorgt sich stark mit Rohstoffen aus der Region (siehe Kasten unten). Der Besuch in der Umgebung von süßen und herzhaften Backwaren in unterschiedlichen Entstehungsstadien und die verlockenden Gerüchen dazu in der Nase stand in Kontrast zur aktuellen Gemütslage vieler Bauern. Gesellschaftliche Meinungsbilder, politische Entscheidungen, die Einkommenslage auf den Höfen, die Folgen des Klimawandels ergeben eine Gesamtlage, die aus Bauernsicht eher schwer bekömmlich ist. Das machte BLHV-Präsident Werner Räpple in der Diskussion und Aussprache mit den Journalisten deutlich. Zwar gab es wegen des diesmal frühen Zeitpunkts der Pressefahrt noch keinen detaillierten Situationsbericht mit Zahlen untermauert. Jedoch sagte Räpple auch noch ohne diese Zahlen klar und deutlich: „Viele Betriebe stehen einkommensmäßig mit dem Rücken an der Wand.“ Die Schere von Preisen und Kosten weite sich fortwährend.

Das Volksbegehren Artenschutz von ProBiene und infolge die auf den Weg gebrachte Initiative berufsständischer Verbände für einen Volksantrag, dazu das Eckpunktepapier der Landesregierung als jüngste Entwicklung, wurden bei der Aussprache ebenfalls thematisiert. Bereits zuvor im Wald ging Minister Peter Hauk auf das Eckpunktepapier ein und warb dafür bei den Bauern: „Die Eckpunkte sind besser als das Volksbegehren.“ Hauk gab sich optimistisch, sie noch vor Weihnachten unter Dach und Fach zu bekommen. Besser als das Volksbegehren sind die Eckpunkte, aber noch nicht so gut wie vom Minister dargestellt: So lässt sich die Erwiderung von BLHV-Präsident Werner Räpple darauf sinngemäß zusammenfassen. Unbehagen machte Räpple vor allem bei dem Punkt fest, dass sich die Landesregierung verpflichten will, den Pflanzenschutzmitteleinsatz im Land bis zum Jahr 2030 um 40 bis 50 Prozent zu reduzieren: „Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel.“ Auch die Bundespolitik bereitet dem BLHV Sorgen, vor allem das erst jüngst geschnürte Agrarpaket der Bundesregierung, das letztlich die Großdemonstration der Initiative Land schafft Verbindung  in Berlin auslöste. Die Proteste bewertete Räpple sehr positiv: „Es war noch nie so schnell und so viel Bewegung auf den Straßen, vor allem von Jüngeren. Das hat in der Bevölkerung zum Nachdenken geführt.“

Eberenz

Die Produktion von Zimtsternen läuft bei Kaiser gerade auf Hochtouren. Hygiene wird großgeschrieben, wie man an der Kleidung der Besucher von der Weihnachtspressefahrt erkennt. BLHV-Präsident Werner Räpple (links) versuchte sich beim Ausstechen der Zimtsterne und stellte fest, dass es für Laien erst einmal gar nicht so leicht von der Hand geht, wie es aussieht.