Mit Klöckner per Videoschalte

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Mit Klöckner per Videoschalte

| Verbandsarbeit

Am Mittwoch voriger Woche kamen südbadische Vertreter von Landwirtschaft und Weinbau mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu einem Informations- und Meinungsaustausch zusammen. Die Ministerin nutzte dazu eine Autobahnfahrt im Dienstwagen.

Organisiert und moderiert wurde der über eineinhalbstündige Austausch per Videoschalte von Peter Weiß, Bundestagsabgeordneter (CDU) des Wahkreises Emmendingen-Lahr. Das ganze Spektrum der aktuellen Themen der Agrarpolitik – von Corona, Düngeverordnung, Digitalisierung, Ferkelkastration, Saisonarbeitskräften bis zum großen „farm to fork“-Projekt der EU-Kommission – wurde beackert. Peter Weiß wies BLHV-Präsident Werner Räpple  dabei eine Art Sprecherfunktion für die Anliegen des bäuerlichen Berufsstandes zu. Jedoch konnten sich die zahlreichen weiteren Teilnehmer der Videokonferenz aus den Bereichen Landwirtschaft und Weinbau auch selbst umfangreich mit ihren Fragen und Anliegen zu Wort melden. Zum ehrgeizigen Vorhaben „from farm to fork“ („vom Bauer zum Teller“) der EU-Kommission im Rahmen des Gesamtprojektes „Green Deal“ befand Julia Klöckner, dass es nach ihrem Befinden „viel farm und wenig fork“ beinhalte. Mit anderen Worten: Die Bauern werden allein in die Verantwortung genommen. Klöckner bekundete, dass sie damit nicht konform gehe.

Lebensmittelsicherheit ist wichtig 
Von bäuerlicher Seite wurde mehrfach betont, gerade aufgrund der Erfahrungen in der Corona-Krise, dass Landwirte (auch) dazu da sind, hochwertige Lebensmittel zu produzieren. Vielen gelinge es dennoch bereits heute, Umweltbelange dabei gebührend zu berücksichtigen. „Wir brauchen Sicherheit bei Nahrungsmitteln. Das kommt wieder ins Bewusstein der Menschen“, betonte Werner Räpple. Aus aktuellem Anlass machten einige Teilnehmer der Videokonferenz ihrem Ärger über die jüngsten Angriffe von Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf die Landwirtschaft Luft. Sie wurden durchweg als unsachlich bezeichnet. Dem widersprach Kabinettskollegin Julia Klöckner nicht. Die Zeit des Austausches war gefühlt schneller vorbei, als die Uhr anzeigte: ein klares Indiz für beherzte und lebhafte Teilnahme.

Eberenz