Kommentar: Licht ins Dunkel bringen

23.02.2018

Kaum eine agrarpolitische Diskussion kommt derzeit ohne das Thema Insektensterben aus. Auf den Podien haben Naturschutzvertreter einen Stammplatz, die dann darüber diskutieren, wo die Ursachen sind und wie diese angegangen werden sollten.

Je tiefgründiger solche Diskussionen werden, desto weniger versteht die breite Öffentlichkeit. Jedoch spürt sie, dass sie von diesem Thema betroffen ist, und möchte schnellstmöglich die Hintergründe verstehen und den Schuldigen finden. Kampfbegriffe wie Fernvergiftung und Agrarwüste befriedigen diesen Wissensdurst und machen eindeutig einen Schuldigen, die Landwirtschaft, aus. Gerade weil diese Kampfbegriffe so schwach definiert sind und bedrohlich klingen, sind sie so überzeugend. Wenn Leitmedien, und dazu gehören auch die Sozialen Medien, diese Kampfbegriffe publizieren, dann entsteht ein veröffentlichtes Bild der Landwirtschaft, das nicht die Realität abbildet. Hinzu kommt, dass der veröffentlichten Meinung mehr Vertrauen geschenkt wird als der eigenen Wahrnehmung. Von der „Insektendämmerung“ geblendet sind viele vom stummen Frühling überzeugt, ohne selbst ins Feld zu hören. Rund 80000 Hektar Blühflächen in Baden-Württemberg müssten eigentlich aufgefallen sein, aber viele Verbraucher werden wohl denken: Wenn Leitmedien über ausgeräumte Industrieäcker berichten, was macht dann das Blühzeugs da?

Genau hier setzt die BLHV-Kampagne „Wir machen, dass es summt und brummt“ an, sie gibt darauf die einfache Antwort: „Das Blühzeugs ist für die Insekten.“ Damit löst sie  einen einfachen, aber wirkungsvollen „Aha-Effekt“ aus, der Licht ins Dunkel bringen wird. Die Kampagnenschilder sind die Werkzeuge, die den Landwirten in die Hand gegeben werden, um speziell die Leistungen zu beleuchten, die von der veröffentlichten Meinung schlichtweg ausgeblendet werden.

 

Padraig Elsner

 

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