Kommentar: Tierhaltung attraktiv machen

25.05.2018

Die lebhafte und anhaltende Diskussion um den Wolf rückt auch die Rolle der Raufutterfresser ins Licht.

Tierhaltung ist nötig, um artenreiche und vielfältige Landschaften zu erhalten. Es reicht nicht aus, Wiesenblümchen und Wiesen einfach mit geschärften Paragrafen erhalten zu wollen.  Essentiell ist die Nutzung durch den Menschen über die Nutztierhaltung.  Die Streicheltierhaltung zum Vergnügen reicht nicht aus. Grünland ist von Menschenhand gemacht. Von Menschen, die Lust auf Viehhaltung haben.  Das ist der zentrale Schlüssel für den Erhalt von Grünland. Politik und Gesellschaft haben Möglichkeiten, die Attraktivität der Grünlandnutzung  zu erhöhen. Die finanzielle Attraktivität der Viehhaltung hat durch die  politisch gewünschte globale Öffnung der landwirtschaftlichen Märkte und dadurch bedingte schlechte Erzeugerpreise gelitten. Hektarzahlungen sollen Einkommens- und Standortnachteile ausgleichen.  Das sollte idealerweise gezielt erfolgen, so wie in der  Schweiz. Sie hat die Grünland-Förderung vorbildlich nach dem Mindesttierbesatz ausgerichtet. Wird Vieh gehalten, sind die dortigen „Beiträge“ deutlich höher als ohne Viehhaltung. Gleichzeitig gibt es keinen Anreiz zur Erhöhung des Viehbesatzes. Neue Ställe verbessern regelmäßig das Tierwohl, die Wirtschaftlichkeit des Betriebes und die Arbeitssituation für die Familie. Investitionen in Ställe bieten am besten Gewähr für den Grünlanderhalt. Nach der Investition werden Tiere darin noch mehrere  Jahrzehnte  lang gehalten. Die Lust auf Stallbau kann mit einer Verbesserung der Investitionsförderung stimuliert werden. Derzeit gibt es für Ställe zwischen 25 und 60 Kuhplätzen häufig ein Förderloch. Und in schwierigen Lagen reicht das Förderangebot oftmals nicht aus, um hohe Investitionen je Tierplatz tragbar zu machen. Aber gerade dort ist der Anteil an artenreichen Flächen hoch. Baurechtliche Hürden für Nebenerwerbler beim Altenteil-Hausbau, Emissionsbegrenzungen bei Güllelager und -ausbringtechnik sowie niedrige Emissionsgrenzen für Lebensräume und Naturschutzausgleich verhindern oder vermiesen leicht den Stallbau. Die Wolfdiskussion ruft  dies alles wieder in Erinnerung.

 

Hubert God, BLHV

 

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