Landnutzer sagen, was beim Wolf Sache ist

18.05.2018

Gemeinsam mit anderen Landnutzerverbänden aus  Baden-Württemberg hat  der BLHV ein Positionspapier zum Herdenschutz in Baden-Württemberg veröffentlicht.

Das Positionspapier enthält konkrete Forderungen, um die Wolfspolitik des Landes zugunsten der Weidetierhalter auszurichten. An vorderster Stelle steht die Haftung der Tierhalter für die Folgen von durch Wolfsangriffe verursachten Ausbrüchen. Dies sei das mit Abstand größte Risiko für die Weidetierhaltung, so die Verbände. Daher erwarte man eine rechtlich umfassende Befreiung der Halter von ihrem Haftungsrisiko. Zu den Unterzeichnern gehören neben dem BLHV  folgende Verbände: Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg, Verband für landwirtschaftliche nutztierartige Haltung von Wild, Rinderunion Baden-Württemberg, Pferdezuchtverband Baden-Württemberg, Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg, Landesjagdverband Baden-Württemberg, Landesbauernverband in Baden-Württemberg und die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau.

 

Fernhalten

Hat ein Wolf erst einmal Weidetiere als einfache und lohnenswerte Beute wahrgenommen, dann sind auch aufwendige Schutzmaßnahmen meist vergebens. Damit es gar nicht erst so weit kommt,  sollte der Wolf von Weidetieren ferngehalten werden. Diese Aufgabe können die Weidetierhalter aber keineswegs selbst übernehmen. Die Unterzeichner erwarten deshalb, dass die politisch Verantwortlichen dafür Sorge tragen, dass heimische Wölfe Nutztiere meiden. Zudem müsse mit der 30-prozentigen Reproduktionsrate der Wolfspopulation verantwortungsvoll umgegangen werden. Dazu gehöre die Aufnahme des Wolfes in das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz Baden-Württemberg. Weil die  bekannten Herdenschutzstandards in Baden-Württemberg nicht flächendeckend eingehalten werden können, lehnen die Verbände rechtsverbindliche Mindestanforderungen ab. Extra hohe Zäune und Untergrabungsschutz dürften keine Voraussetzung für eine Rissentschädigung sein, denn aufgrund unserer kleinteiligen und häufig im Nebenerwerb betriebenen Tierhaltung sind diese weder wirtschaftlich noch praktikabel, so der BLHV. In besonders schwierigen Gebieten, in denen gar keine Präventionsmaßnahmen umgesetzt werden könnten, müssten Weidetierschutzzonen eingerichtet werden. In diesen Gebieten müsse eine unbürokratische Entnahme von Wölfen trotz Artenschutz möglich sein.  Hier dürften sich dann keine Wölfe aufhalten, die den Weidetieren schaden könnten. Dies betrifft vor allem Wölfe, die bereits Nutztiere erlegt hätten, und wäre der sicherste Weg, um ökologisch wertvolle Kulturlandschaften zu schützen. Der vollständige Wortlaut des Papiers  ist auf www.blhv.de (unter "Presse") abrufbar.

 

El

 

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