Privatwald fördern nach der Forstreform

16.03.2018

In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die Forstkammer Baden-Württemberg, der Landesbauernverband in Baden-Württemberg und der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband, dass die politische Zusage für eine direkte Förderung des Privatwaldes effizient und praxisnah umgesetzt wird.

Mit der Förderung soll der Wegfall der institutionellen Förderung nach der Forstreform kompensiert werden. Die zusätzliche Förderung soll insbesondere der Waldpflege zugute kommen, zum Beispiel der Instandhaltung von Waldwegen. Somit diene die Förderung dem Gemeinwohlausgleich für öffentliche Leistungen des Privatwaldes, auch im Rahmen des Betretungsrechtes, heißt es im Forderungspapier. Das Fördervolumen müsse sich an dem Umfang der bisherigen institutionellen Förderung orientieren. Zuletzt seien für die Betreuung 39 Millionen Euro aufgebracht worden, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme. Des Weiteren fordern die Forstkammer und die Bauernverbände folgende Förderungsgrundsätze ein: Nur derjenige, der seinen Wald bewirtschaftet oder bewirtschaften lässt, hat Anspruch auf die neue Förderung. Die direkte Förderung setzt Anreize und unterstützt die Waldbesitzer deshalb dabei, ihre Wälder dauerhaft zu bewirtschaften, auch um  Gemeinwohleffekte zu erzielen. Analog zur bisherigen institutionellen Förderung sind darüber hinausgehende Bewirtschaftungsinhalte Gegenstand ergänzender Förderprogramme (zum Beispiel Waldbiotoppflege). Die Förderung dient der Qualitätssicherung, das heißt, der Privatwaldbesitzer kann so kostengünstig qualifiziertes Personal mit der Waldpflege beauftragen. Gefördert werden alle Maßnahmen der Waldpflege sowohl in Eigenleistung als auch durch qualifizierte Dienstleister. Antragsberechtigt sind  der einzelne Privatwaldbesitzer und Forstbetriebsgemeinschaften. Nur durch  einen niederschwelligen Zugang zu dieser Förderung wird sie beim Klein- und Kleinstprivatwald Akzeptanz finden. Dazu muss der Antragsaufwand für die Waldbesitzer so gering wie möglich gehalten und auf die sonst übliche Vorgehensweise bei Förderanträgen verzichtet werden. Unabhängig von der Förderung ist die umfassende und kostenlose Offizialberatung jedes Privatwaldbesitzers weiterhin  zu gewährleisten. Für Kleinstprivatwald bis 2,5 Hektar soll es weiterhin  institutionelle Förderung durch subventionierte Dienstleistungen geben, erklären die Unterzeichner. Für den Fall, dass vom Privatwald über die Waldpflege und Bewirtschaftung hinaus weitere Standards, wie zum Beispiel eine Erhöhung des Totholzanteils, eingefordert werden, müssen diese  projektbezogen zusätzlich gefördert werden, heißt es weiter.  Das komplette Positionspapier findet sich im Anhang.

 

El

 

 

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