Wolfsrisse sollten immer entschädigt werden

25.05.2018

Der BLHV fordert, dass Wolfsrisse auch dann entschädigt werden, wenn Tierhalter in einem ausgewiesenen Wolfsgebiet keine höheren Anforderungen an den Herdenschutz eingehalten haben.

Weidetierhalter, die ihre Tiere im ersten „Wolfsgebiet“ des Landes halten, müssen nach den Vorstellungen des baden-württembergischen Umweltministeriums künftig höhere Anforderungen an den Herdenschutz einhalten, wenn sie im Falle eines Wolfsangriffs eine Entschädigung erhalten wollen. Das Umweltministerium hat bereits angekündigt, dass es die Maßnahmen finanziell fördern will. Zu den Eckpunkten des Förderprogramms nahm der BLHV jetzt Stellung.

 

Alle Kosten

Grundsätzlich begrüßt der Verband, dass die Politik den Herdenschutz finanziell unterstützen möchte. Dennoch macht der BLHV unmissverständlich klar, dass die Tierhalter die Rückkehr des Wolfes ablehnen. Daher sei es nur gerecht, wenn diejenigen, die für den Wolf sind, auch 100 Prozent der Kosten derjenigen übernehmen, zu deren Lasten die Rückkehr des Wolfes geht. Und eine hundertprozentige Kostenübernahme stellt die Politik nicht in Aussicht. Daher kritisiert der BLHV auch, dass nur die Investitionskosten gefördert werden sollen, die immens hohen Arbeitszeitkosten aber vom Tierhalter alleine getragen werden müssten. Vor allem in schwierigem Gelände ist die Arbeitszeit ein entscheidender Kostenfaktor, der letztendlich dazu führen wird, dass die Mindestanforderungen an den Herdenschutz dort nicht eingehalten würden, wo die Förderung nicht ausreicht, um alle Kosten zu decken. Darum fordert der BLHV, wie auch schon im gemeinsamen Positionspapier der Landnutzerverbände  formuliert, dass eine künftige Entschädigung im Wolfsgebiet nicht von Mindeststandards abhängig ist. Den Radius der Förderkulisse von 30 Kilometern rund um die letzten Risse von „GW 852m“ – so die offizielle Bezeichnung des Wolfs – hält der BLHV für zu klein. Aufgrund der weiten Wanderungen, die Wölfe  unternehmen, sollte die Kulisse auf den gesamten Nordschwarzwald und die unmittelbar angrenzenden Gebiete ausgeweitet werden. Unzureichend sei auch, dass es keine Förderung für Herdenschutzmaßnahmen für Rinder und Pferde gebe. Aus anderen Bundesländern sind wiederholte Übergriffe von Wölfen auf Rinder oder Pferde bekannt. Hier verweist der BLHV  auf die Gefahr, die von flüchtenden Weidetieren ausgeht. Diese können auf Straßen Unfälle verursachen, wobei bei Großtieren, wie Rindern und Pferden, die Konsequenzen weitaus fataler sein könnten. Der BLHV betont hier auch seine Forderung nach einer Freistellung von Nutztierhaltern von der Haftung in solchen Fällen.

 

El

 

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