Kommentar: Verantwortung für Feld und Flur

01.06.2018

Besucher, die die landwirtschaftlichen Lernfelder auf der Landesgartenschau in Lahr besichtigen, werden buchstäblich geerdet. Dafür bedarf es keiner großen Worte, sondern nur eines 14 Quadratmeter großen Ackers, der dem Betrachter sagt: „Was hier wächst, hast du an einem Wochenende verzehrt.“

So wird jedem schnell klar, wofür man die Landwirtschaft eigentlich braucht, nämlich für sein tägliches Brot, und was die Landwirtinnen und Landwirte benötigen, um dieses erzeugen zu können – landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Den Verantwortlichen des landwirtschaftlichen Auftritts bei der Gartenschau ist Meisterliches gelungen. Sie schärfen ein Bewusstsein für die Landwirtschaft, das vielleicht noch vor einem halben Jahrhundert in Deutschland weit verbreitet war und so einfach wie das Einmaleins ist. Nämlich, dass Lebensmittel nicht im Supermarkt wachsen, sondern in Feld und Flur.

Für Nahrungsmittel brauchen wir Äcker, Wiesen und Weiden und Landwirte, die die Feldarbeit verrichten. Sehenden Auges lässt man aber zu, dass diese Flächen versiegelt werden und so als regionale Versorgungsräume verloren gehen.

Diese tragische Entwicklung kann von den Landwirten allein nicht gestoppt werden, obwohl sie eine so wichtige Rolle in der regionalen Wertschöpfungskette einnehmen. Deshalb ist eine Politik gefordert, die sich des Problems ernsthaft annimmt.

Sie muss mit den Botschaften, die ihnen Landwirte täglich senden, an die Vernunft der Gesellschaft appellieren, um endlich einen wirksamen Schutz von Ackerflächen zu etablieren.

 

Padraig Elsner, BLHV

 

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