Starker Auftritt für die Landwirtschaft

01.06.2018

Auf der Landesgartenschau in Lahr können nicht nur schöne Zierpflanzenarrangements und Gartenelemente entdeckt werden. Das Gelände bietet auch einen Lehrgarten der Landwirtschaft, der vom Landratsamt Ortenaukreis zusammen mit Landwirten des BLHV aus der Region entwickelt wurde.

Die Organisatoren wollen die Leistungen der Landwirtschaft für Ernährung und Umwelt in das Bewusstsein rufen und darauf aufmerksam machen, dass der Flächenverbrauch nicht nur die Landwirte betrifft, sondern auch die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln gefährdet.

Vielen Menschen sei gar nicht mehr bewusst, dass Nahrungsmittelerzeugung auch einen Bezug zur Fläche hat, erklärt Heidrun Holzförster. Holzförster ist Beraterin für Obst- und Gartenbau im Landwirtschaftsamt und mitverantwortlich für die landwirtschaftlichen „Lernfelder“ auf der Gartenschau. Um dieses Bewusstsein zu schärfen, gibt es ein Lernfeld mit einer modellhaften Straße und symbolischen Häusern.

 

„Wochenendacker“

Die Infrastrukturmaßnahme in Miniatur ist 36 Quadratmeter groß und bildet somit ein Hundertstel des täglichen Flächenverbrauchs im Ortenaukreis ab. Die Versinnbildlichung der Fläche wirkt aufrüttelnd, denn es wird auch gezeigt, wieviel Fläche man braucht, um sich ein Wochenende lang zu ernähren. Dafür wurde ein „Wochenendacker“ angelegt. Dieser misst 14 Quadratmeter und wurde symbolisch mit Getreide, Obst, Gemüse und Grünland für die Erzeugung von tierischen Produkten bestellt. „Hier wachsen Lebensmittel, die eine Person in zwei Tagen aufisst“ erklärt Holzförster.

Wie eng regionale Lebensmittelerzeugung mit der Kulturlandschaft zusammenhängt, erklärt das nächste Lernfeld. Mittig, auf einer 18 Quadratmeter großen Wiese, liegt das perfekte Imitat

eines 250-Gramm-Rindersteaks sprichwörtlich auf dem Präsentierteller. Ein Bild, das viele Fragen aufwirft, die auf einer kleinen Infotafel erklärt werden: Mit dem Verzehr von 250 Gramm Rindfleisch sichert man 18 Quadratmeter Wiesen und Weidelandschaft, weil das die Fläche ist, die eine Kuh braucht, um so viel Fleisch zu erzeugen.  Den Vergleich gibt es noch mal mit einer Packung Butter und einem Liter Milch.

 

Imagepflege für Mais

Mit jedem Schritt durch die Lernfelder lernt man mehr über die heimische Landwirtschaft. Auch wer glaubt, bereits viel über die Landwirtschaft zu wissen, wird noch etwas Neues hinzulernen können. So wird auch die Herkunft der Maispflanze dargestellt: Hier wachsen der „Urmais“, Badischer Landmais und eine Standardhybridsorte zum Vergleich. Besonders lehrreich ist das Maissilo, das von Landwirtin Martina Dörner und ihrem Mann Klaus aufgebaut wurde. Es zeigt, in wie vielen Produkten sich Mais findet. In von Maiskolben eingerahmten Schaufenstern stehen: Kosmetikartikel, Tabletten, Klebstoff, Konfitüre und unzählige weitere Alltagsgegenstände, die alle Mais enthalten.

Die in der Ortenau weit verbreitete Kulturpflanze hat bei vielen Verbrauchern kein gutes Image. Das könnte sich ändern, wenn sie erfahren, für was der Mais alles gebraucht wird. Es ist rundum ein sehr gut durchdachter Auftritt der Landwirtschaft, der aufklärt und ohne den erhobenen Zeigefinger für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Kulturlandschaft wirbt.

 

El

 

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